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Sachsen-Anhalt Weniger Geld für internationale Hochschulprogramme

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra)

Das Auswärtige Amt hat die Mittel für internationale Hochschulprogramme reduziert - das macht sich auch an den Hochschulen in Sachsen-Anhalt bemerkbar. Aus Sicht der akademischen Betriebe sendet die Politik damit ein falsches Signal.

Magdeburg (dpa/sa) - Finanzielle Kürzungen von Stipendien und weiteren Aktivitäten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) wirken sich auch auf die Hochschulen in Sachsen-Anhalt aus. Bei den von den Kürzungen betroffenen Programmen stehen jeweils zehn Prozent weniger zur Verfügung. Das sei schon ein massiver Einschnitt, sagte der Präsident der Landesrektorenkonferenz, Jens Strackeljan, der Deutschen Presse-Agentur.

Anfang Juli hatte der DAAD mitgeteilt, dass die sogenannte institutionelle Förderung durch das Auswärtige Amt von 204 Millionen im vergangenen Jahr auf 195 Millionen in diesem Jahr gesunken ist und im kommenden Jahr auf 191 Millionen Euro zurückgehen wird. Dadurch werden den Angaben zufolge Fördermöglichkeiten für Hochschulen, Studierende und Wissenschaftler auf Jahre deutlich reduziert. Das Auswärtige Amt hatte die Kürzungen mit Einsparungen im Bundeshaushalt begründet.

Für Strackeljan, der auch Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist, kam die Reduzierung überraschend. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass zehn Prozent gekürzt werden. Ich hatte eher mit einem Aufwuchs von fünf Prozent gerechnet", sagte er.

Die Uni in Magdeburg rechnet durch die Kürzung mit 30 bis 50 Prozent weniger DAAD-Stipendiaten. Dort lag die Zahl bisher bei 70. Bei der Hochschule Merseburg ist es ein Rückgang von drei auf ein bis zwei Stipendien. Auch an der Uni in Halle rechnet man mit einer Halbierung der im Jahr 2021 finanzierten 51 Stipendiaten auf 25.

Betroffen seien an allen Hochschulen im Land unter anderem die sogenannten Stibet-Programme. Das seien Stipendien- und Betreuungsprogramme für internationale Studierende und Doktoranden an den Hochschulen im Land, sagte Strackeljan. Dadurch seien teilweise Exkursionen, Sprachkurse oder ein begleitendes interkulturelles Programm finanziert worden. "Wenn wir diese Angebote jetzt im normalen Haushalt verankern und da ein paar Tausend Euro für Integrationsprogramme abzweigen, ist das grundsätzlich schwierig", sagte der Rektor. "Da stehen sie in Konkurrenz zu ganz anderen Dingen." Auch Mittel für Ostpartnerschaften - unter anderem auch für Partnerschaften mit ukrainischen Hochschulen - sind von den Kürzungen betroffen.

Das Geld hinterlässt zwar Lücken, aus Sicht des Rektors liegt der Kern des Problems aber woanders: "Ich glaube, da ist das Signal deutlich schwieriger als die real in Rede stehende Summe", meinte Strackeljan.

Die Finanzierung des DAAD setzt sich aus mehreren Säulen zusammen. Ein Drittel kommt etwa aus dem Auswärtigen Amt, ein weiteres Drittel aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Weitere Mittel kommen unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, voh der Europäische Kommission und weiteren internationalen Organisationen. Das Gesamtbudget des DAAD umfasste im vergangenen Jahr 634,7 Millionen Euro.

Quelle: dpa

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