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Sachsen-Anhalt Zufallsfund: Notenblätter aus dem 18. Jahrhundert gefunden

Außenansicht von dem Teil des Schlosses Köthen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Es war ein Zufallsfund in einer Kiste: Im März fanden Museumsmitarbeiter 15 verschollene Manuskriptblätter zu einem Werk des Komponisten Carl Friedrich Abel. Doch wie konnten sie überhaupt veloren gehen?

Köthen (dpa/sa) - Durch Zufall sind im Museum Schloss Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) 15 verschollene, handgeschriebene Notenblätter eines Werkes des Komponisten Carl Friedrich Abel (1723-1787) entdeckt worden. "Ich war von diesem Fund so fasziniert, dass ich mithilfe weiterer Abel-Quellen alle Seiten entschlüsselte", sagte Abel-Fachmann, Thomas Fritzsch am Donnerstag. Es handele sich um Teile des insgesamt 61 Notenblätter umfassenden Manuskriptes der "Sechs Trios Opus 3", für zwei Violinen, Cembalo und Violoncello. "Die Manuskriptblätter wurden vermutlich im 19. Jahrhundert durch unglückliche Umstände verlegt", sagte der Experte.

Abel war einer berühmtesten Komponisten seiner Zeit und dominierte den europäischen Musikgeschmack in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Den Fund machten Museumsmitarbeiter im März bei Recherchen für eine Sonderausstellung zu Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843), dem Begründer der Homöopathie. Das Manuskript lag in einer Kiste. Hahnemann praktizierte von 1821 bis 1834 in Köthen.

Das Manuskript entstand laut Fritzsch zwischen 1759 und 1761. "Das Köthener Exemplar ist damit die früheste handschriftliche und teilautographe Überlieferung von Abels Opus 3." Bei einer Auktion würde man dafür mindestens 15 000 Euro erzielen, ist sich der Experte sicher.

Abel wurde 1723 in Köthen als Sohn des Hofmusikers Christian Ferdinand Abel geboren. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges emigrierte er 1759 nach London und gründete mit dem jüngsten Sohn des Komponisten Johann Sebastian Bach, Johann Christian (1735-1782) eines der ersten bürgerlichen Konzertabonnements. 1787 starb Abel an den Folgen des Alkoholismus.

Köthen ist alle drei Jahre Treffpunkt für junge Gamben-Spieler. Die Gambe ist ein geigenähnliches Streichinstrument, das zwischen den Beinen gehalten wird. Der Bach-Abel-Wettbewerb hält seit 1997 das musikalische Erbe des Hofes von Anhalt-Köthen lebendig.  

© dpa-infocom, dpa:210415-99-216102/3

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