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Sachsen-Anhalt Zwei Kreise erreichen kritischen Corona-Wert

Zwei FFP3 Atemschutzmasken liegen auf einem Tisch im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

35 Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner und sieben Tagen sind die Grenze, ab der genauer hingesehen wird und gehandelt werden muss. Landesweit haben das Jerichower Land und der Burgenlandkreis den Wert zuerst gerissen.

Burg/Naumburg/Magdeburg (dpa/sa) - Das Jerichower Land und der Burgenlandkreis zählen jetzt zu den Regionen mit erhöhtem Coronavirus-Infektionsgeschehen. Wie das Gesundheitsministerium am Montag in Magdeburg mitteilte, sind im Jerichower Land in den vergangenen sieben Tagen 35,66 Menschen je 100 000 Einwohner positiv getestet worden. Im Burgenlandkreis sind es 39,17 Fälle je 100 000 Einwohner gewesen, wie der Landkreis mitteilte. Ab einem sogenannten 7-Tage-Inzidenzwert von 35 müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Über das Wochenende waren landesweit 200 Neuinfektionen registriert worden, an den vorhergehenden Wochenenden waren es jeweils 84 und 72 gewesen.

Der Burgenlandkreis hatte bereits am vergangenen Freitag Veranstaltungen und Feiern deutlich eingeschränkt. So dürfen an privaten Feiern nicht mehr als 25 Personen teilnehmen. Bei fachkundig organisierten Feiern in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 100 Menschen dabei sein.

Im Landkreis Jerichower Land kam die erhöhte Fallzahl durch größere Ausbrüche an der Theologischen Hochschule Friedensau mit zehn Infektionen sowie einem Klassentreffen in der Gemeinde Biederitz mit 15 Fällen zustande, hieß es. "In beiden Fällen handelt es sich um klar nachvollziehbare Ausbrüche, so dass die Situation trotz der sprunghaft gestiegenen Fallzahlen unter Kontrolle ist", erklärte Landrat Steffen Burchhardt. An der Hochschule Friedensau seien alle Präsenz- und öffentlichen Veranstaltungen abgesagt, der reguläre Studienbetrieb finde ab dieser Woche digital statt. Auch in einer Schule und einer Kita habe es jeweils einen Corona-Fall gegeben.

Landrat Burchhardt appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. "Wir haben es in der Hand, darum halten sie Abstand, meiden sie Menschenansammlungen, tragen sie eine Maske, wo es geboten ist und beachten sie die Hygiene-Regeln."

Landesweit wurde bislang bei 3337 Menschen das neuartige Coronavirus gefunden. Aktuell gelten 579 Menschen als infiziert, vor einer Woche lag ihre Zahl noch bei 377.

Derzeit sind laut dem Ministerium 17 Intensiv- und Beatmungsbetten mit an Covid-19 erkrankten Menschen belegt. Fünf Patienten würden beatmet.

Die Zahl der gestorbenen Infizierten lag weiter bei 71. Schätzungen zufolge sind 2687 Menschen wieder genesen. 435 wurden bislang in Krankenhäusern behandelt. Landesweit lag der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner - bei 16,06.

Weil die Zahl der Infektionen im Land und auch rings herum steigen, will das Land weitere Lockerungsschritte nicht gehen. Geplant war, dass zum 1. November 1000 statt bislang 500 Menschen an Veranstaltungen in Räumen teilnehmen dürfen und auch Clubs und Diskotheken wieder öffnen. Weil das nicht mehr zur Infektionslage passt, will das Kabinett am Dienstag über die Änderung der aktuellen achten Corona-Eindämmungsordnung beraten. Thema sollen auch Hilfen für die Club- und Diskothekenbetreiber sein, deren Geschäft seit März weggebrochen ist.

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