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Sachsen Altbischöfe in Sorge um Einheit der Landeskirche

Jochen Bohl. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Dresden (dpa/sn) - In der Debatte um Landesbischof Carsten Rentzing sorgen sich die Amtsvorgänger Jochen Bohl und Volker Kreß um die Einheit der sächsischen Landeskirche. Dem angekündigtem Rücktritt des Bischofs sei Verwirrung gefolgt, "unterschiedliche Sichtweisen prallen aufeinander und darüber ist es so weit gekommen, dass die einen sich gegen die anderen stellen", schrieben die Altbischöfe im Ruhestand in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung. "Es schmerzt uns, dass die Polarisierung der Gesellschaft auch in der Kirche angekommen ist."

Bohl und Kreß mahnten im Streit um den richtigen Weg zu Besonnenheit, Verständnis füreinander und Nächstenliebe. "Wir rufen alle Mitglieder der Landeskirche auf, an der Einheit unserer Kirche festzuhalten, ohne den nötigen inhaltlichen Auseinandersetzungen auszuweichen." Dabei müsse das Bemühen um Frieden und Versöhnung leitend sein.

Rentzing, seit 2015 Landesbischof, will sein Amt wegen der Diskussion um seine Person zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Die Kirchenleitung berät am Montag über die Zukunft des 52-Jährigen, der wegen der Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung in die Kritik geraten war. Danach waren zudem von ihm als Student zwischen 1989 und 1992 verfasste Texte in der rechten Zeitschrift "Fragmente" bekannt geworden.

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