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Sachsen Appell vor Wahl: OB betont "Rolle als weltoffene Stadt"

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege. Foto: Matthias Hiekel/Archivbild

(Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa)

Der zweite Wahlgang am Sonntag entscheidet, ob Sebastian Wippel von der AfD oder der Christdemokrat Octavian Ursu Oberbürgermeister an der Neiße wird. Ohne Wahlvorschläge zu machen, richtet der derzeitige Amtsinhaber klare Worte an seinen Nachfolger.

Görlitz (dpa/sn) - Kurz vor dem zweiten Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz hat der derzeitige Amtsinhaber die Einwohner zur Teilnahme aufgerufen. "Unsere Stadt gilt als lebens- und liebenswert, familienfreundlich und tolerant. In der Bevölkerung sind Selbstbewusstsein und Stolz zu spüren. Stolz auf das Ererbte, das Bewahrte und das Neugeschaffene", sagte Siegfried Deinege (parteilos). Deshalb komme Görlitz eine besondere Rolle als weltoffene Stadt im Herzen Europas zu. Das gelte es auszubauen.

Seit der Oberbürgermeisterwahl vor knapp drei Wochen richtet sich der Blick vieler an die Neiße. Im ersten Wahlgang erhielt der AfD-Kandidat Sebastian Wippel mit 36,4 Prozent die meisten Stimmen in der Stadt. Die absolute Mehrheit möchte der Polizeikommissar nun am 16. Juni holen - und damit als Erster aus seiner Partei den Chefsessel in der 56 000 Einwohner-Stadt einnehmen.

In seinem Statement betonte Noch-OB Deinege, dass er zur Neutralität in Wahlzeiten verpflichtet sei. Auch erinnerte er seinen potenziellen Nachfolger an den Amtseid des Oberbürgermeisters. Die Verpflichtung beinhalte die Grundrechte aller Bürger der Stadt zu schützen, menschenfeindlicher Hetze und Rassismus entgegenzutreten sowie die Grundwerte der Demokratie und Freiheit zu achten.

Die Drittplatzierte Franziska Schubert - sie wurde von den Grünen und zweier Bürgerinitiativen aufgestellt - mit 27,9 Prozent wie auch die Kandidatin der Linke, Jana Lübeck, (5,5 Prozent) zogen ihre Kandidaturen für den zweiten Wahlgang zurück. Die Bündnisse um Schubert haben sich nach langen Gesprächen mit Ursu inzwischen für seine Unterstützung ausgesprochen. Der Oberbürgermeister der Stadt Görlitz wird für sieben Jahre gewählt.

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