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Sachsen Aprilwetter bremst Spargelernte in Sachsen aus

Mitarbeiter stechen auf einem Feld Spargel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)

Meißen (dpa/sn) - Das regnerische und kalte Wetter bremst die Spargelernte in Sachsen aus. "So lange es kühl bleibt, erwarten wir keine großen Erntemengen", sagte der Chef der Agrar GbR Naundörfel, René Heidig. Dennoch wurde nun die eigene Verkaufsstelle in Nieschütz (Landkreis Meißen) eröffnet. "Vorerst mit überschaubaren Mengen und solange der Vorrat reicht", so Heidig. Das Edelgemüse wachse derzeit nur langsam. "Die Pflanzen brauchen um die 12 Grad Bodentemperatur." Dafür sei die Qualität des bisher gestochenen jungen Spargels sehr gut. "Zu Beginn der Saison ist der Geschmack am besten."

Das Edelgemüse wächst auf Feldern des Agrarbetriebs rund um Meißen auf einer Fläche von zehn Hektar. Verbraucher müssen in diesem Jahr für Spargel aus der Region etwas tiefer in die Tasche greifen. Für Nieschützer Spargel sind zwischen 9 und 14 Euro pro Kilogramm fällig. Heidig begründete die Preiserhöhung mit gestiegenem Mindestlohn und mehr Aufwand durch die Corona-Krise, etwa durch Hygiene-Konzepte. "Deswegen haben wir uns entschieden, die Preise leicht anzuheben."

Jürgen Kopf vom Spargelhof Kyhna in Nordsachsen hat vor rund einer Woche mit dem Stechen und Verkauf des ersten Spargels begonnen. "Noch allerdings in geringer Menge." Verkauft werden die weißen Stangen auf Wochenmärkten vorwiegend in Leipzig und Halle. "Das Wetter bremst uns aus, wir sind zwei Wochen später als sonst", so Kopf. Die Spargelbauern hoffen deshalb auf Sonne, damit der Spargel wächst. "Bisher muss der Spargel auf den Feldern eher gesucht werden."

Auf dem Bio-Spargel Schertenleib in Ostrau (Landkreis Meißen) hat die Ernte noch nicht begonnen. Elsi Schertenleib hofft, dass es um 20. April herum losgehen kann. Die Folie sei zwar seit gut zwei Wochen auf den Dämmen, noch sei es aber einfach zu kalt. "Wir müssen warten, bis die Natur für warme Temperaturen sorgt." Vor allem die Nachttemperatur sei entscheidend - und unter zehn Grad passiere nicht viel. Auf rund sechs Hektar wächst das Edelgemüse in dem Biobetrieb.

In Sachsen bauen rund 20 Betriebe auf einer Fläche von rund 260 Hektar Spargel an. Der Freistaat gehört zu den kleinsten deutschen Anbaugebieten für Spargel. Das Stangengemüse wird vor allem in Delitzsch, Oschatz, Meißen und in der Gegend um Bautzen gestochen.

© dpa-infocom, dpa:210417-99-240633/2

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