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Sachsen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in evangelischer Gemeinde

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Dresden/Kühnhaide (dpa/sn) - Zum ersten Mal lässt eine Gemeinde der evangelischen Landeskirche Sachsen Fälle sexualisierter Gewalt extern untersuchen. Die unabhängige Kommission hat ihre Arbeit zu den 2019 bekanntgewordenen Vorgängen in Pobershau im Erzgebirge aufgenommen, wie das Landeskirchenamt in Dresden am Dienstag mitteilte. Das vierköpfige Gremium beschäftigt sich auch mit den damit verbundenen Vorgängen in Kirchgemeinde, Kirchenbezirk und Landeskirche.

Nach Angaben des Landeskirchenamtes hatte sich in den 1990er Jahren ein ehrenamtlicher Kirchenmusiker mehreren Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren sexuell genähert. Er war sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle von allen Tätigkeiten in der Gemeinde entbunden worden. Die Kommission soll das Ausmaß des Missbrauchs und Verantwortlichkeiten ermitteln und die Strukturen offenlegen, die das ermöglicht und begünstigt haben. Der Auftrag ist zunächst auf ein Jahr begrenzt.

Ende 2021 hatte das Landeskirchenamt auch Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in Chemnitz öffentlich gemacht, die in der dortigen Gemeinde aufgearbeitet werden sollen. Es geht dabei um wiederholte Übergriffe auf vier bekannte Betroffene in ihrer Jugendzeit durch einen Jugendwart, der später Diakon in Moritzburg war und 2013 gestorben ist.

Quelle: dpa

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