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Sachsen Chemnitzer Monumentalbau wird wiederbelebt

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Der Kulturpalast in Chemnitz-Rabenstein war einer der ersten seiner Art, der nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR nach Sowjet-Vorbild errichtet wurde. 20 Jahre stand der Monumentalbau leer, nun wird ihm mit einer Millioneninvestition wieder Leben eingehaucht.

Chemnitz (dpa/sn) - Der einstige Kulturpalast in Chemnitz-Rabenstein wird für 25 Millionen Euro saniert und zu Wohnungen umgebaut. Die Rohbauarbeiten seien zur Hälfte fertig, bis Sommer 2024 sollen die übrigen Arbeiten abgeschlossen sein, wie der Geschäftsführer des Leipziger Bauunternehmens GRK Immobilien, Peter Wolf, am Dienstag mitteilte. GRK ist auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert und hat den neoklassizistischen Monumentalbau 2018 gekauft. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagte Wolf. In dem seit gut 20 Jahren ungenutzten Gebäude entstehen nun 64 Wohnungen mit rund 5700 Quadratmetern. Sie seien schon alle verkauft, hieß es. Der Kaufpreis liege bei etwa 4500 Euro pro Quadratmeter.

Der Kulturpalast in Rabenstein gilt als der erster seiner Art in der DDR. Er wurde im Auftrag des Uranbergbau-Unternehmens Wismut gebaut und 1951 eingeweiht. Er bot einen Theatersaal mit fast 1000 Plätzen sowie einen zweiten großen Saal, den Rosettensaal, für Tanz direkt über den großen Foyer hinter dem Portal mit sechs riesigen Säulen. Später wurde der Bau vom DDR-Fernsehen genutzt, das dort Sendungen wie "Mit Lutz und Liebe" und die Quizshow "Schätzen Sie mal" gedreht hat, aber auch Silvestershows. Nach der Wiedervereinigung unterhielt der MDR hier zunächst weiter ein Fernsehstudio, seit 2000 stand das Gebäude jedoch leer. Zeitweise war sogar ein Abriss im Gespräch.

Der einstige Theater- und Sendesaal musste bei dem aktuellen Umbau einem Innenhof Platz machen, um den die Wohnungen gruppiert sind. Die Fassade soll künftig wieder nach historischem Vorbild erstrahlen, wie Projektleiter Mike Kohllöffel sagte. Auch das monumentale Portal bleibt erhalten. Laut Kohllöffel sind allerdings keine Baupläne aus der Entstehungszeit mehr vorhanden. Neben dem historischen Gebäude soll auf dem Gelände noch eine Wohnanlage für betreutes Wohnen mit drei Neubauten entstehen. Der Baustart dafür ist für Ende kommenden Jahres geplant.

Quelle: dpa

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