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Sachsen Corona-Krise belastet ostdeutschen Maschinenbau

Ein Mitarbeiter eines Maschinenbauunternehmens schneidet Metallteile. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)

Mit den Lockerungen geben sich auch manche Unternehmen wieder etwas zuversichtlicher. Dennoch machen gerade der Automobilindustrie Umsatzeinbußen zu schaffen.

Leipzig (dpa/sn) - Die Corona-Pandemie hat Industrie und Maschinenbau in den vergangenen Monaten zu schaffen gemacht. Zahlreiche Unternehmen verbuchen Umsatzeinbußen und Auftragsrückgänge. Wie der Verband Deutscher Maschinenbauer (VDMA) Ost am Mittwoch in Leipzig mitteilte, bewerteten zwei von drei Unternehmen im zweiten Quartal ihre aktuelle Geschäftslage als negativ. Hinsichtlich der Erwartungen für die nächsten Monate zeigten sich aber gut 70 Prozent der Firmen wieder zuversichtlicher. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des VDMA Ost unter 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

"Der Lockdown, die weiter anhaltenden Reisebeschränkungen und die ungewisse Entwicklung rund um das Virus belasten die Firmen sehr und verstärken die ohnehin schwierige Situation in der Branche", so Geschäftsführer Oliver Köhn. Bereits vor der Pandemie hätten Handelskonflikte und Konjunkturflaute für Umsatzrückgänge gesorgt.

Laut Verband hatten zwei Drittel der Unternehmen im zweiten Quartal weniger Aufträge in den Büchern stehen. "Kunden verschieben oder stornieren bereits beauftragte Projekte und halten sich mit Neuinvestitionen stark zurück." Mehr als die Hälfte der ostdeutschen Maschinenbauer überbrücken die Lage derzeit mit Kurzarbeit, hieß es. Für das dritte Quartal planen den Angaben zufolge weitere 18 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit. In den rund 480 Firmen des ostdeutschen Maschinenbaus arbeiten knapp 83 000 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr erzielten sie einen Umsatz von rund 18,8 Milliarden Euro.

Die für Sachsen wichtige Metall- und Elektroindustrie verbuchte den Angaben nach allein im Mai ein Minus beim Auftragseingang von 33 Prozent. Besonders dramatisch sei die Situation in der Automobilindustrie, die einen Einbruch von fast der Hälfte an Umsatz und Aufträgen verbuche. "Die wirtschaftliche Situation ist unverändert angespannt und extrem schwierig", so Sachsenmetall-Präsident Jörg Brückner. Erstmals seit der Finanzkrise schrumpfe die Stammbelegschaft. Trotz Lockerungen sei man von einem "Normalbetrieb" noch weit entfernt, so Brückner.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Dienstag stieg der Umsatz in der Industrie im Mai im Vergleich zum Vormonat zwar wieder deutlich an auf 3,7 Milliarden Euro. Dennoch lag der Umsatz damit rund 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats und 23 Prozent niedriger als in diesem Februar - einen Monat vor Beginn des Lockdowns. Im Vergleich zum April hat sich in der sächsischen Automobilindustrie der Umsatz laut Statistik im Mai nahezu vervierfacht - auf rund 802 Millionen Euro. Dennoch sind das 46,5 Prozent weniger Umsatz als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Auch bei den Auftragseingängen zeige sich ein ähnliches Bild, hieß es.

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