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Sachsen Coronavirus: Neun Todesopfer in Sachsen

Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

In der Corona-Krise ist vorerst kein Ende in Sicht. Die Fallzahlen steigen auch in Sachsen. Dennoch sieht man sich für einen größeren Ausbruch gut gerüstet. Auch an Schulen gehen die Planungen weiter.

Dresden (dpa/sn) - Die Zahl der nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten in Sachsen hat weiter zugenommen - mit einer größeren Geschwindigkeit als zuvor. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) wurde bis Freitag bei 1505 Menschen im Freistaat das Virus nachgewiesen. Das sind 230 mehr als am Vortag und die bislang höchste Zuwachsrate an Fallzahlen. Neun Menschen sind mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben - alles hochbetagte Menschen.

Zwischen den Zahlen des Robert-Koch-Institutes und denen den örtlichen Behörden kommt es immer mal wieder zu Differenzen, weil die Daten zu verschiedenen Zeiten erhoben werden.

Nach den Worten von Köpping lässt sich noch nicht sagen, wann man den Höhepunkt erreicht und die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht. "Mir macht Sorge, dass wir neun verstorbene Menschen haben. Das ist die eigentliche Größenordnung, über die wir reden müssen." Es gehe darum, ältere Menschen zu schützen.

Pro Tag könnten in Sachsen nun 5600 Tests vorgenommen werden, sagte Köpping. Für den Ernstfall sieht sie den Freistaat zunächst gerüstet. Es gebe hier 26 000 Krankenhausbetten. Davon könnten 14 471 Betten für den Fall eines größeren Ausbruchs der Infektion genutzt werden. Zudem könnten die Krankenhäuser die Zahl der Intensivbetten auf 2500 ausbauen. Dies sei eine "ordentliche Kapazität". Ob sie am Ende ausreichen werde, lasse sich heute noch nicht sagen, so Köpping.

Innenminister Roland Wöller (CDU) bilanzierte eine wachsende Zahl von Straftaten in Zusammenhang mit Behördenauflagen zum Coronavirus. Sie seien am Donnerstag gegenüber dem Vortag um 115 gestiegen. Es gebe nach wie vor Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. "Das macht uns weiter Sorgen. Gleichwohl muss man sagen, dass die übergroße Mehrheit der Sachsen sich an die Regeln und Vorgaben hält." Für eine kleine Minderheit treffe das aber nicht zu. Als Beispiel nannte er private Partys und die Benutzung von Sport- und Spielstätten. Zwei Mal sei Widerstand gegen Beamte geleistet worden.

Wöller berichtet zudem von einem Fall in Leipzig, wo ein junger Mann sich als Polizist ausgab und in einem Einkaufscenter mit einer Schreckschusspistole schoss. Der Innenminister rechnete nicht damit, dass Klagen gegen die geltende Allgemeinverfügung Erfolg haben. Man habe in Sachsen lediglich die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. "Wir gehen davon aus, dass unsere Allgemeinverfügung rechtssicher ist." Das Verwaltungsgericht Chemnitz habe eine Klage dazu abgewiesen.

Trotz der Corona-Krise will Sachsen ein Notabitur für seine Gymnasiasten vermeiden. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erinnerte daran, dass es ein Notabitur letztmals 1945 - zum Ende des Zweiten Weltkrieges - in Deutschland gegeben haben. Es wäre völlig verkehrt, bereits jetzt darüber nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, das Abitur ohne Prüfungen durchzuführen. "Die Prüfungen bieten die beste Gewähr, dass Leistungen vergleichbar sind." Sächsische Abiturienten brauchten später gleiche Chancen bei den Hochschulen und Arbeitgebern.

Piwarz zeigte sich zuversichtlich, dass die Prüfungen nach Ostern beginnen - wenn die Schulen nach dem Fest wieder planmäßig öffnen. Sollte das nicht möglich sein, würden andere Szenarien greifen. Dann gehe es zunächst um eine Verschiebung der Prüfungen. Ein Notabitur sei die "absolute Ultima Ratio". Dies sei aber noch in weiter Ferne. "Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir an unseren Planungen fest."

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