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Sachsen Dringender Appell: Klinikärzte brauchen Entlastung

Ein Beatmungsgerät steht neben einem Bett in einem Zimmer der Intensivstation. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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Dresden (dpa/sn) - Der Marburger Bund in Sachsen hat mit Blick auf die zugespitzte Situation in den Krankenhäusern die konsequente Umsetzung der neuen Corona-Maßnahmen gefordert. Die Zahl der stationären Covid-19-Patienten habe ein Niveau erreicht, "das die Kliniken an die Grenze des Machbaren bringt", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten "Dringenden Appell". Dabei handele es sich, "anders als von den ignoranten Leugnern des Pandemiezustandes behauptet, um erkrankte Menschen und nicht bloß positive Testergebnisse."

Der Ärzte-Berufsverband kritisierte die Landkreise, die die bestehenden Infektionsschutzregeln nur zögerlich umsetzten und damit eine weitere Verschärfung der Maßnahmen provozierten. Alle seien gefragt, nur ein "adäquates Sozialverhalten" gemäß der seit Dienstag geltenden Regeln führten zur entscheidenden Verbesserung der Lage und damit zur Entlastung der Kliniken und des Personals, das am Limit arbeite. "Es wird immer schwieriger, andere Notfallpatienten angemessen zu versorgen, da die mit Covid-19 Erkrankten zunehmend personelle Kräfte binden."

Der Verband kritisierte in diesem Zusammenhang die Diskussion um eine Aussetzung des Arbeitszeitgesetzes zugunsten eines "flexiblen Einsatzes" der Mitarbeiter in der klinischen Versorgung. Die Kollegen, die bereits jetzt acht, zwölf oder oft auch bis zu 24 Stunden am Stück arbeiteten, um Menschenleben zu retten, "haben diesen Schutz bitter nötig" - für ihre eigene Gesundheit und zur Sicherheit der Patienten. Er dürfe nicht aufgeweicht werden.

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