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Sachsen Energieverbund Dresden klagt gegen Eon-RWE-Deal

Das Logo des Energiekonzerns Eon an der Konzernzentrale. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild)

Dresden (dpa/sn) - Die Energieverbund Dresden GmbH (EVD) geht wie andere regionale Stromversorger gegen den weitgehend abgeschlossenen Energiedeal zwischen den Branchenriesen Eon und RWE vor. Die beim Gericht der Europäischen Union eingereichte Klage richte sich gegen die Entscheidung der EU-Kommission, die Übernahme konventioneller und erneuerbarer Eon-Erzeugungsressourcen durch RWE freizugeben, teilte EVD am Freitag mit. Damit werde "der ohnehin fragile Wettbewerb in der Erzeugung erheblich eingeschränkt" - mit Folgen für die am Markt teilnehmenden Unternehmen und die Verbraucher.

Zuvor hatte bereits der Versorger Mainova aus Frankfurt angekündigt, gemeinsam mit zehn weiteren Versorgern beim Gericht der Europäischen Union (EuG) eine Nichtigkeitsklage gegen die Freigabe durch die EU-Kommission einzureichen.

Eon und RWE haben eine weitreichende Neuaufteilung ihrer Geschäftsfelder vereinbart. Dazu haben sie die RWE-Tochter Innogy unter sich aufgeteilt. Eon hat die Energienetze und das Kundengeschäft von Innogy übernommen. RWE hat die erneuerbaren Energien von Eon erhalten und bekommt noch die Ökostromproduktion von Innogy. Die EU-Kommission hatte das Geschäft im vergangenen September unter Auflagen freigegeben. RWE und Eon reagierten zuletzt gelassen auf die Klage, die sich nicht gegen die Unternehmen richte.

EVD kritisierte, EU-Kommission und Bundeskartellamt machten so den Weg frei für zwei nationale Champions zu Lasten des Mittelstandes. Zugleich annullierten sie die Liberalisierung des Energiemarkts und den von vielen kleineren Akteuren in zwei Jahrzehnten gegen Widerstand der Großkonzerne miterkämpften Wettbewerb.

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