Regionalnachrichten

Sachsen Freiheitsstrafen für "Freie Kameraden" gefordert

Eine Statue der Göttin Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: Stefan Puchner/dpa

(Foto: Stefan Puchner/dpa)

Dresden (dpa/sn) - Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Freien Kameradschaft Dresden" (FKD) am Landgericht Dresden hat die Generalstaatsanwaltschaft hohe Freiheitsstrafen gefordert. Bei zwei Angeklagten, einer ist mehrfach vorbestraft, plädierte Staatsanwalt Christian Richter am Mittwoch auf je sieben Jahre. Sie und vier weitere Beschuldigte sollten wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen verurteilt werden. Für drei Männer verlangte der Anklagevertreter mehr als vier Jahre sowie zwei Jahre auf Bewährung für eine 29-Jährige.

Die FKD hatte sich im Juli 2015 gegründet und wollte Ausländer und Andersdenkende bekämpfen. Die in dem seit September 2017 laufenden Prozess Angeklagten zwischen 25 und 31 Jahren hatten sich laut Richter an rechtsextremen Krawallen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau im August 2015 sowie weiteren Angriffen auf Ausländer beteiligt. Allein für den Überfall auf ein linksalternatives Dresdner Wohnprojekt forderte der Staatsanwalt ein Jahr und acht Monate Freiheitsstrafe. Das Haus sei mit Pyrotechnik und Steinen beworfen und die Bewohner "in Todesangst" versetzt worden.

Sachsens Justiz ermittelt seit Jahren gegen die rechtsextreme Gruppe. Mehrere Mitglieder wurden bereits verurteilt, zudem läuft ein weiterer Prozess.

Newsticker