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Sachsen Genossenschaften: Kein angespannter Wohnungsmarkt in Leipzig

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Leipzig (dpa/sn) - Die großen Genossenschaften sehen in Leipzig - wie in ganz Sachsen - weder Wohnungsnot noch Mietenexplosion. "Der Leipziger Wohnungsmarkt ist ausgestattet mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum", sagte Wolf-Rüdiger Kliebes, Vorstandschef der VLW Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft, am Montag. Wegen eines nachlassenden Bevölkerungswachstums zeichne sich sogar eine schwächer werdende Nachfrage bei einem stetig steigenden Angebot ab.

Durchschnittlich zahlten die Bewohner einer Genossenschaftswohnung in Leipzig den Angaben nach im vorigen Jahr eine Kaltmiete von 5,14 Euro pro Quadratmeter. Das Niveau sei im Jahresvergleich um 2,2 Prozent gestiegen. In der gesamten Stadt - inklusive der Wohnungen von Privatvermietern und der kommunalen Gesellschaft LWB - liege die Bestandsmiete bei 6,03 Euro. Die Genossenschaften bewirtschaften in Leipzig rund 48 000 der 341 000 Wohnungen.

Unbestritten gebe es die "Hotspots", also besonders beliebte Stadtviertel mit vergleichsweise hohen Angebotsmieten. Auf denen dürfe jedoch nicht der Fokus der Wohnungspolitik liegen. Wenn der Maßstab eine bezahlbare Wohnung sei - dann müsse man die gesamte Stadt in den Blick nehmen, sagte Kliebes. "Wir plädieren dafür, dass man sich Gedanken macht, wie andere Gebiete attraktiver werden."

Der Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften (VSWG) forderte eine Versachlichung der Debatte. "Es heißt hier, der Leipziger Wohnungsmarkt dreht. Wie müssen aufpassen, dass er nicht durchdreht", sagte Verbandschefin Mirjam Luserke. Zum einen müssten die bisher weniger beliebten Wohnviertel entwickelt werden, zum anderen müsse man auch das Umland in den Blick nehmen. "Dort ist noch viel Potenzial", sagte Luserke.

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