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Sachsen Hochwasserschutzanlage Grimma eingeweiht

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

(Foto: Sebastian Willnow/dpa)

Grimma (dpa/sn) - Die schon vor drei Jahren fertiggestellte Hochwasserschutzanlage für Grimma (Landkreis Leipzig) ist am Samstag mit einem Bürgerfest offiziell eingeweiht worden. In die Freude darüber und den gelungenen Wiederaufbau der Stadt im Muldental nach der verheerenden Jahrhundertflut 2002 und dem Hochwasser 2013 mischte sich Sorge um die Zukunft - angesichts des Ukraine-Krieges und dessen Folgen für Europa und Deutschland. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierte erneut für eine Lösung am Verhandlungstisch. "Die Waffen müssen schweigen", forderte er.

Laut Kretschmer sind die Folgen des Krieges für die Wirtschaft "richtig groß" und träfen die Verbraucher unmittelbar. Es sei ein "Ding der Unmöglichkeit", die enormen Kostensteigerungen abzufangen. Auch für die Industrie sei das ein Problem, und die Aufbauarbeit in Sachsen. "Es braucht noch mehr Stimmen, die das deutlich sagen." Deutschland müsse stark bleiben, denn der Umgang mit dem "unkalkulierbaren" Nachbarn Russland gelinge nur mit ökonomischer Stärke. "Wenn Deutschland in die Knie geht, werden die Folgen noch gewaltiger sein."

Sachsen aber wolle nach den Herausforderungen seit 1990 weiter an seiner Zukunft bauen, damit junge Menschen hier eine Perspektive haben, sagte Kretschmer. In Grimma sei das mit dem Wiederaufbau gelungen, mit Kraft, Zutrauen und gemeinsam. Die Hochwasserschutzanlage füge sich organisch in die vorhandene Bausubstanz ein, sie sei städtebaulich "super gelungen". Auch dank der Solidarität und dem Zusammenstehen der Deutschen in Katastrophen sei Grimma wieder auferstanden "aus diesen Fluten und heute schöner als vorher".

Das zwei Kilometer lange Bauwerk entlang der Mulde reicht bis zu zwölf Meter in den Untergrund und hat 78 verschieden große Tore, die innerhalb von zwei Stunden geschlossen werden können. Mit der Mauer soll die Altstadt einem Hochwasser wie 2013 standhalten. Am 13. August 2002 war sie bis zu dreieinhalb Meter hoch überflutet worden, nachdem mehrstündiger Starkregen im Erzgebirge den Fluss anschwellen ließ. Ein Mensch starb, 45 Häuser wurden zerstört und die Schäden summierten sich auf 270 Millionen Euro. Elf Jahre später bot sich ein ähnliches Bild.

Quelle: dpa

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