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Sachsen Linke-Politikerin Nagel will nach Drohungen Anzeige stellen

Die Linke-Politikerin Juliane Nagel. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Leipzig (dpa/sn) - Die sächsische Linke-Politikerin Juliane Nagel sieht sich nach den Silvester-Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz mit extremen Anfeindungen konfrontiert. Am Samstag machte sie einen Drohbrief öffentlich, der bei ihr einging und einen Zettel mit der orthografisch mangelhaften Aufschrift "An den Galgen mit dir oder standrechtlich erschiessen" enthielt. Die 41 Jahre alte Landtagsabgeordnete will nun Anzeige erstatten. Seit Silvester hätten die Anfeindungen massiv zugenommen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Dresden: "Ich habe noch nie so viele Hass-Mails und Drohungen bekommen." Auch wegen einiger dieser Mails werde sie sicher noch Anzeigen stellen.

Nagel will sich jedoch nach eigenen Angaben nicht einschüchtern lassen und weiter Politik machen. "Man gewöhnt sich daran und freut sich immer auf Beiträge, auf die man überhaupt noch antworten kann - wo Leute sachlich bleiben, auch wenn sie anderer Meinung sind." Schon mit dem Aufkommen von Pegida und Legida sei ihr eine Welle von Hass entgegengeschwappt. Die jetzigen Reaktionen überträfen das aber noch.

Nagel hatte nach der Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Connewitz das Verhalten der Polizei kritisch hinterfragt und von einem "rabiaten Vorgehen" der Beamten gesprochen. Im Gegensatz zu vielen, die sich später über die Vorfälle äußerten, war Nagel Augenzeugin des Geschehens. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Leipzig von Amts wegen den Verdacht möglicher Polizeigewalt. Bei den Ausschreitungen waren auch Polizisten mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik attackiert worden.

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