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Sachsen MDR-Intendantin: ARD-Einrichtungen in den Osten verlagern

MDR-Intendantin Karola Wille spricht in Leipzig. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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Leipzig (dpa/sn) - MDR-Intendantin Karola Wille strebt an, dass ARD und ZDF große Gemeinschaftseinrichtungen wie die Programmdirektionen in den Osten verlagern. "Es kann einen Unterschied machen, von welchem Ort und welchen Blickwinkeln aus bundesweite Ereignisse eingeordnet werden", schrieb Wille in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit". Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gelte es "quasi per Auftrag", die Lebenswirklichkeit auch im Osten abzubilden.

Wille übt Kritik an der Rolle, die der Mitteldeutsche Rundfunk innerhalb der ARD spiele. Es sei "im Konzert von neun ARD-Landesrundfunkanstalten nie einfach, sich durchzusetzen. Als der Osten dazukam, waren die Strukturen bundesweit westdeutsch", hieß es in dem Beitrag.

Die Welt sei verteilt gewesen, "die großen Korrespondentenplätze waren ebenso vergeben wie die großen Gemeinschaftseinrichtungen der ARD". Auch dies habe dazu geführt, dass in der deutschen Medienlandschaft "über Jahre hinweg ein fest gefügtes, teils auch eklatant einseitiges Bild vom Osten" vorgeherrscht habe, so Wille.

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