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Sachsen Millionen Raupen befallen Laubbäume rund um Leipzig

Die Raupe des Schwammspinners auf einem Blatt der Roteiche in einem Wald am Cospudener See südlich von Leipzig. Foto: Sebastian Willnow/Archiv

(Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa)

Leipzig (dpa/sn) - Millionen Schwammspinner-Raupen bevölkern derzeit Waldstücke in der Nähe von Leipzig. Auf etwa 20 Hektar fressen die schwarzbraunen Tiere am Cospudener See an der A38 Blätter von Roteiche und Birke, wie Bernd Becker, Leiter der Forstbehörde im Landkreis Leipzig, am Dienstag berichtete. "Man hört die Schwammspinner im Wald fressen." Auch bei Markranstädt westlich von Leipzig sind etwa 20 Hektar Wald von Schwammspinner-Raupen bevölkert, wie Renke Cordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst sagte. Die Raupen hätten ganze Bäume kahl gefressen.

Die explosionsartige Vermehrung sei auch unangenehm für Menschen, denen die zutraulichen Raupen sogar an den Beinen hoch krabbelten. Der Kontakt mit den Tieren könnte zu Hautirritationen führen, sie seien aber insgesamt ungefährlich, so Cordes. Rund um Leipzig würden sich die Raupen in den kommenden Tagen verpuppen. Ab Juli fliegen die Falter aus. Sachsenforst wolle sie zählen und auch die Eier der Insekten beobachten. In geringerem Ausmaß befielen die Raupen auch Bäume in der Oberlausitz sowie im Vogtland, sagte Cordes.

Grund für die Ausbreitung der etwa fünf Zentimeter langen Raupen sei die anhaltende Wärme, so Becker vom Landkreis. Er hofft auf eine Regeneration der abgefressenen Bäume durch den sogenannten Johannistrieb, einen zweiten Blattaustrieb Ende Juni. Mit Chemikalien wolle die Forstbehörde nicht gegen die Raupen vorgehen, da diese auch Nützlinge vernichten. Allerdings könnten im kommenden Frühjahr biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, um die Population der Schwammspinner-Raupen einzudämmen, so Becker.

1994 waren laut Sachsenforst mehr als 2000 Hektar im Freistaat von Schwammspinner-Raupen befallen, davon etwa 400 Hektar Waldfläche sehr stark. Auch 2003 fraßen die Raupen Blätter auf 500 Hektar, 2004 setzte sich der Befall laut Cordes auf 300 Hektar Waldfläche fort.

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