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Sachsen OB-Wahlen in Chemnitz und Zwickau: Entscheidung im Oktober

Chemnitzer verfolgen die Auszählung der Stimmen zur Oberbürgermeisterwahl. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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Wer leitet künftig die Geschicke von Chemnitz und Zwickau? Weil bei den Oberbürgermeisterwahlen kein Kandidat eine absolute Mehrheit verbucht, gibt es einen zweiten Wahlgang. Dagegen hat sich die Stadt Hoyerswerda entschieden.

Chemnitz/Zwickau (dpa/sn) - Weder in Chemnitz noch in Zwickau stand am Ende des Wahlabends ein Sieger fest: In beiden Städten hat keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag die absolute Mehrheit der Stimmen geholt. Die Bürger werden daher erneut am 11. Oktober an die Wahlurnen gerufen. In Chemnitz lieferten sich SPD-Kandidat Sven Schulze und Almut Patt von der CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit 23,1 Prozent der Stimmen war der Vorsprung des amtierenden Finanzbürgermeisters denkbar knapp. Die Rechtsanwältin holte 21,4 Prozent.

Auf Platz drei folgte laut vorläufigem Wahlergebnis Susanne Schaper (Die Linke) mit 15,1 Prozent; die Plätze vier und fünf gingen an den AfD-Kandidaten Ulrich Oehme (12,1 Prozent) und Einzelbewerber Lars Faßmann (11,9 Prozent). Volkmar Zschocke von den Grünen nützte der bundesweite Rückenwind seiner Partei bei der Chemnitzer OB-Wahl wenig: Er konnte nur sieben Prozent der Stimmen holen. Insgesamt waren zwei Frauen und sieben Männer zur OB-Wahl angetreten.

Die amtierende Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hatte nach 14 Jahren nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Stadt Chemnitz am Ende bei knapp 50 Prozent und damit deutlich höher als bei der vorangegangenen OB-Wahl 2013 (rund 40 Prozent).

Neben Chemnitz wurde am Sonntag in mehreren Kommunen in Sachsen gewählt - darunter in Zwickau, Hoyerswerda und in der ostsächsischen Gemeinde Arnsdorf. In Zwickau lag am Sonntagabend die CDU-Kandidatin Kathrin Köhler mit 31,5 Prozent vorn. Die amtierende Baubürgermeisterin konnte jedoch ebenfalls nicht die absolute Mehrheit - also mehr als 50 Prozent der Stimmen - holen.

Dahinter lag mit 21,7 Prozent Constance Arndt, die als Kandidatin der Wählervereinigung "Bürger für Zwickau" angetreten war. Mit 17,0 Prozent landete der AfD-Kandidat Andreas Gerold auf Platz drei, gefolgt von dem parteilosen Bewerber Michael Jakob (15,97 Prozent) und der Kandidatin der Linken, Ute Brückner (13,9 Prozent). Im Gegensatz zu Chemnitz lag die Wahlbeteiligung nur bei knapp 40 Prozent.

In Hoyerswerda fiel hingegen eine Entscheidung: SPD-Kandidat Torsten Ruban-Zeh machte im zweiten Wahlgang das Rennen um den Oberbürgermeisterposten. Mit 44,3 Prozent bekam er die meisten Stimmen. Wie schon in der ersten Runde vor zwei Wochen lag die von einem Bündnis aus Grünen, Linke und der Wählervereinigung Aktives Hoyerswerda unterstützte parteilose Kandidatin Dorit Baumeister auf Platz zwei (33,4 Prozent). AfD-Kandidat Gbureck erhielt nur 16,2 Prozent; für die CDU-Kandidatin Claudia Florian votierten 6,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 Prozent.

In der ostsächsischen Gemeinde Arnsdorf wurde an diesem Sonntag ebenfalls gewählt und auch hier ist ein zweiter Wahlgang erforderlich. Nach dem vorläufigen Ergebnis lag Ilko Keßler (SPD) mit 37 Prozent knapp vor CDU-Bewerber Frank Eisold, der 36 Prozent der Stimmen bekam. Auf Detlef Oelsner entfielen 27 Prozent der Stimmen. Der parteilose Bewerber wird von der AfD ins Rennen geschickt.

Arnsdorf war bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem 2016 vier Männer einen psychisch kranken Flüchtling aus dem Irak mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt hatten. Sie hatten ihr Verhalten als Notwehr dargestellt. Einer der Männer war Oelsner, damals noch CDU-Gemeinderat. Die Wahlbeteiligung in Arnsdorf lag bei 67 Prozent.

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