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Sachsen Pflegeheime, Familienfeiern und Busreisen: Neue Lockerungen

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Weniger Verbote - mehr Selbstverantwortung. Sachsens Regierung nimmt immer mehr Einschränkungen nach der Corona-Pandemie zurück, setzt auf die Vernunft der Menschen. Geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen aber wieder hoch, greifen wieder Vorsichtsmaßnahmen.

Dresden (dpa/sn) - Auf diese Nachricht haben Angehörige und Pflegebedürftige seit Monaten sehnsüchtig gewartet: Besuche in Pflegeheimen sind von heute an in Sachsen wieder erlaubt. Zwar unter Auflagen und Einhaltung der strengen Hygiene-Vorschriften - für die vielen alten und kranken Menschen, die seit März keinen persönlichen Kontakt zu ihren Liebsten hatten, ist es jedoch eine Erlösung.

Nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen seit Tagen verschwindend gering ist, hat die Landesregierung umfangreiche Lockerungen beschlossen, die ab Samstag gelten. Schwimmhallen, Thermen und Sauna öffnen wieder, Familienfeiern, Feriencamps, kleinere Messen, Elternabende dürfen wieder stattfinden und auch die Kontaktvorschriften wurden gelockert. Damit kehrt in der Corona-Krise in Sachsen immer mehr Normalität zurück.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte betont, dass die neue Corona-Schutzverordnung keine Verbotsverordnung mehr sein soll. Vielmehr sollten immer mehr Dinge ermöglicht werden. So sind zu Hause oder im öffentlichen Raum Treffen mit bis zu zehn Personen oder zwei Haushalten möglich. Verboten bleiben allerdings Jahrmärkte, Sportveranstaltungen mit Publikum, Disco-Besuch und Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern.

In den Pflegeeinrichtungen wird es noch mehr Tests für das Personal geben und die Besucher sollten sich möglichst anmelden und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch Besuche in Krankenhäusern, Reha-Kliniken und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind wieder erlaubt. Familienfeste wie Hochzeiten, Geburtstage oder Trauerfeiern können mit bis zu 50 Menschen in Gaststätten oder extra angemieteten Räumen begangen werden. Hier gilt aber weiterhin der Mindestabstand von 1,50 Metern sowie Hygieneregeln. In Reisebussen gelten die Abstandsregeln nicht, dafür aber, wie auch beim öffentlichen Personennahverkehr, Maskenpflicht.

Richtig durchschwitzen in der Sauna oder Wellness in den Thermen ist auch wieder möglich, sofern die Betreiber ein genehmigtes Hygiene-Konzept haben. Aufgüsse sind aber tabu und Dampfsaunen bleiben geschlossen. Messen und Kongresse sind ebenfalls erlaubt, bis Ende August ist die Anzahl der Besucher jedoch auf 1000 begrenzt.

Die Landesregierung setzt mit den Lockerungen vor allem auf die Eigenverantwortung der Menschen, installiert zugleich aber ein Warnsystem in Ampelform. Laut Gesundheitsministerium sollen bereits bei 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern erste Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner beginnt die "rote Phase", bei der es etwa in medizinischen Einrichtungen verpflichtende Tests geben soll.

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