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Sachsen Prozess um Anschlagsversuch auf Asylunterkunft

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Bautzen (dpa/sn) - Im Prozess um den versuchten Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft vor der Außenkammer Bautzen des Landgerichts Görlitz hat die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen für die drei Angeklagten gefordert. Es gehe um versuchte schwere Brandstiftung, die aber "dilettantisch und stümperhaft" war und nicht funktionieren konnte, sagte Staatsanwalt Manfred Sauter am Mittwoch. Er plädierte auf Freiheitsstrafen von zwei Jahren für zwei der Beschuldigten sowie von einem Jahr und acht Monaten für den dritten, die zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die beiden 21-Jährigen und der 25-Jährige hätten das Gebäude in Brand setzen wollen, wofür auch die Benutzung mehrerer Brandflaschen spreche - aber nicht Menschen schaden wollen, begründete er das mildere Strafmaß.

Die Angeklagten hatten die Attacke auf das damals als Flüchtlingsunterkunft genutzte Spree-Hotel vor Gericht zugegeben und damit begründet, dass sie damit Aufmerksamkeit erreichen wollten. Eine Absicht, die Bewohner zu verletzen oder Sachschaden anzurichten, bestritten sie. Laut Anklage haben sie vier mit Diesel gefüllte und mit Stoffresten verschlossene Bierflaschen angezündet und auf das Gelände geworfen. Sie fielen aber 5 bis 15 Meter vor dem Gebäude auf den Fußweg und zerschellten.

Das Gericht hatte den jungen Männern, denen zudem über 20 Laubeneinbrüche vorgeworfen werden, Bewährungsstrafen für Geständnisse in Aussicht gestellt. Der Prozess wird am Freitag mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Danach soll auch das Urteil gesprochen werden.

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