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Sachsen "Rassismus-Tribunal" zur Situation von Migranten

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Chemnitz/Zwickau (dpa/sn) - Ein "Rassismus-Tribunal" will Anfang November in Chemnitz und Zwickau die Lage von Migranten in Sachsen beleuchten. "Migration war und ist die Mutter aller Gesellschaften", erklärte Tim Klodzko, Sprecher der Aktion, am Dienstag. Das betreffe auch Sachsen, das in den letzten Jahrzehnten vielfältig von Migration geprägt gewesen sei: "Wir sagen klar, der Osten ist und bleibt migrantisch."

Am 1. und 2. November will das Tribunal ein vielfältiges Programm im Chemnitzer Kino "Weltecho" bieten. Dort sollen Betroffene, Anwälte und Aktivisten über ihre Erfahrungen und Strategien im Kampf gegen Rassismus berichten. Dabei spiele auch das Leben der Vertragsarbeiter in der DDR eine Rolle. Sie stammten aus Ländern wie Mosambik oder Kuba und erhielten mitunter in der DDR auch eine Ausbildung.

Geplant sind Filmvorführungen, Workshops und Stadtrundgänge. Am 3. November wollen die Organisatoren in Zwickau ihre Forderung nach einem Dokumentationszentrum zur Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" und zum rechtem Terror bekräftigen. In Zwickau hatten die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe einst Unterschlupf gefunden. Ihnen werden zehn Morde und weitere Straftaten zur Last gelegt.

Das Tribunal ist ein Projekt zivilgesellschaftlicher Akteure. 2017 und 2018 hatte das Tribunal "NSU-Komplex auflösen" in Köln beziehungsweise in Mannheim Täter getagt und angeklagt.

Website NSU-Tribunal

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