Regionalnachrichten

Sachsen Sachsen: Beziehungen zu Großbritannien und Südkorea stärken

Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen.

(Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild)

Der Brexit hat die Handelsbeziehungen zwischen Sachsen und Großbritannien ins Wanken gebracht. Zuletzt hat sich die Situation stabilisiert - doch die Landesregierung hofft auf mehr.

Dresden/London (dpa/sn) - Nach zwei Jahren Pandemie will Sachsen seine Wirtschaftsbeziehungen ins Ausland stärken. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ist noch bis Freitag mit einer 25-köpfigen Delegation aus Hochschul- und Kammervertretern in Großbritannien unterwegs und führt Gespräche mit Politikern und Wirtschaftsvertretern. Die Reise war schon länger geplant und wurde coronabedingt mehrfach verschoben, wie er der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag sagte. "Großbritannien ist für Sachsen der drittwichtigste Handelspartner. Wir wollen, dass sich unsere Beziehungen erneuern und auch verstärken."

Die Delegation habe bereits am Montag Gespräche im politischen Raum geführt und mit dem Investitionsminister Lord Grimstone of Boscobel verabredet, dass es weitere Kooperationen geben solle. "Er ist vor allem am Thema Elektromobilität interessiert, da auch die Automobilindustrie in Großbritannien von der Transformation betroffen ist", sagte Dulig.

Schwerpunkte der Reise sind demnach die Themen Mobilität, Bahntechnik, Wasserstoff und Life Science. Gerade Wasserstoff spiele im Vereinigten Königreich eine große Rolle, da die Industrie umgerüstet werde. "Wir in Sachsen haben ja bereits die gesamte Wertschöpfungskette - von der Forschung bis zur Produktion. Das macht uns so interessant für Großbritannien", sagte Dulig.

Der sächsische Export in das Land hat sich laut Angaben des Ministeriums nach dem Brexit stabilisiert. Im vergangenen Jahr exportierten die Unternehmen im Freistaat demnach Waren im Wert von 2,74 Milliarden Euro nach Großbritannien. Damit sind die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel gestiegen, nachdem sie 2020 um 14 Prozent eingebrochen waren.

Auch mit Südkorea will der Freistaat engere Beziehungen knüpfen. Die südkoreanische Regierungsagentur Tipa und die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) unterzeichneten am Dienstag eine entsprechende Erklärung, wie die WFS mitteilte. Ziel ist es demnach, die Exportaktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen in beiden Ländern zu unterstützen und Partnerschaften mit Fokus auf technologischen Zukunftsthemen zu fördern.

Die geplante Zusammenarbeit sei eine Win-win-Situation für beide Partner, sagte WFS-Geschäftsführer Thomas Horn. "Durch die Zusammenarbeit mit TIPA bieten sich Anknüpfungspunkte, um Synergien zu nutzen und technologische Entwicklungen gemeinsam weiter voranzubringen, um auch in Sachsen neue Wertschöpfungen in Zukunftsindustrien, wie zum Beispiel der Wasserstoffwirtschaft oder neuen Mobilitätslösungen zu generieren." Sächsische Unternehmen und Forschungseinrichtungen könnten auf diesem Weg mit Kontakten zu Kooperationspartnern vor Ort unterstützt werden.

Quelle: dpa

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen