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Sachsen Sachsen: Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung

Ein Polizist in Uniform. Foto: Jens Büttner/ZB/dpa/Archivbild

(Foto: Jens Büttner/ZB/dpa/Archivbild)

Polizeiliche Arbeit als Untersuchungsobjekt: In Sachsen soll ein neues Institut unter anderem zu Kriminalstatistiken und Schusswaffen forschen. Eine stärkere Vernetzung der Alltagspraxis soll dabei besonders im Fokus stehen.

Rothenburg (dpa/sn) - Sachsen setzt beim Thema Sicherheit künftig auf mehr Forschung und Weiterbildung. Zu diesem Zweck entsteht im Land ein Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung. Innenminister Roland Wöller (CDU) gab dafür am Donnerstag den Startschuss. Das Institut ist an der Hochschule der sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg angesiedelt und soll sich etwa mit Dunkelfeldern der Kriminalitätsstatistik oder mit der Forschung zu Schusswaffen beschäftigen. "Es geht um einen Blick in die Zukunft", sagte ein Sprecher der Lehranstalt.

Neben einer anwendungsorientierten Forschung soll die neue Einrichtung vor allem eine stärkere Vernetzung in der polizeilichen Alltagspraxis sowie die Aus- und Fortbildung im Fokus haben. Neben einem dreiköpfigen Verwaltungsstab sollen Professoren der Hochschule und wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut tätig sein.

"Die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes steht an erster Stelle. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, müssen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen", erklärte Wöller. Das neue Institut solle Themen wie innere und äußere Sicherheit in den Fokus nehmen und praxisorientierte Lösungen erarbeiten.

Nach Angaben des Innenministeriums geht die Gründung des Institutes auf eine Empfehlung der Kommission zur Überprüfung der Ausbildung an der Hochschule zurück. Wöller hatte sie 2018 einberufen, nachdem der Verdacht von Manipulationsvorwürfen bei Prüfungen an der Hochschule bekannt wurde.

Seit Gründung der Fachhochschule 1994 haben rund 3000 Studentinnen und Studenten dort eine Ausbildung absolviert. Außer den Kommissaren als klassischen Absolventen werden an der Lehranstalt auch Polizeiräte und IT-Spezialisten für Cyberkriminalität ausgebildet. An ihren beiden Standorten in Rothenburg und Bautzen werden etwa 170 Dozenten, Fachlehrer, Verwaltungsleute und Polizisten beschäftigt.

"Die Fachhochschule hat ein Vierteljahrhundert mehrere Polizeigenerationen in Sachsen geprägt. Sie erlebt derzeit eine grundlegende Erneuerung hin zu einem Campus 4.0", sagte Wöller. Dazu investiere der Freistaat Sachsen mehr als 100 Millionen Euro in moderne Infrastruktur und ein zeitgemäßes Studium.

Hochschule der sächsischen Polizei

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