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Sachsen Sachsen belegt Spitzenplatz bei bundesweitem Bildungsranking

Zwei Schülerinnen melden sich im Unterricht. Foto: Felix Kästle/Archiv

(Foto: Felix Kästle/dpa)

Sachsen bleibt Spitze beim Bildungsmonitor. Das löst positive Reaktionen, aber auch Kritik aus. Und es gibt auf einigen Gebieten noch Nachholbedarf.

Leipzig/Berlin (dpa/sn) - Schulqualität, Förderstruktur und mehr: Sachsen ist in Sachen Bildung deutscher Spitzenreiter. Zu diesem Ergebnis kommt der "Bildungsmonitor 2019", wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstag mitteilte. Die Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der arbeitgebernahen INSM durchführte, vergleicht die 16 Bundesländer anhand von 93 Indikatoren in insgesamt 12 Bereichen.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sieht im 14. Spitzenplatz beim Bildungsmonitor in Folge einen Beleg für die Leistungsfähigkeit des sächsischen Bildungssystems. "Es ist für uns ein sehr positives Ergebnis in durchaus schwierigen Zeiten", sagte er. Bei Förderinfrastruktur, Schulqualität und Vermeidung von Bildungsarmut liege der Freistaat immer ganz weit vorn. "Das zeigt, dass wir ein gutes und ein sozial gerechtes System haben."

Der erneute Spitzenplatz bestätige den Erfolg des Bildungssystems und die gute Arbeit der Lehrer und Erzieher im Freistaat, teilte Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner mit. "Er ist eine gute Ausgangsbasis, um weiter konsequent und zielgerichtet an den Schwachpunkten zu arbeiten. Orientieren müssen wir uns weiterhin am internationalen Spitzenniveau."

Skeptisch äußerte sich die Fraktion der Linken im Sächsischen Landtag. Eltern und Kinder kämpften gerade um die nötigen Ressourcen für einen halbwegs gesicherten Start ins neue Schuljahr, teilte die bildungspolitische Sprecherin, Cornelia Falken, mit. Außerdem sei der Bildungserfolg stark davon abhängig, in welcher Region Sachsens man aufwächst. In sozialökonomisch benachteiligten Stadt- oder Landesteilen sei der Anteil der Abiturienten geringer.

Besonders gut funktioniert laut Studie die Förderung. Viele Kinder nutzen Ganztagsangebote in Kindergärten und Grundschulen. Auch in Sachen Bildungsarmut schneidet Sachsen demnach gut ab. Die Risikogruppen im Lesen und in Mathe seien besonders gering.

Verbesserungsbedarf gebe es hingegen bei der Schulabbrecherquote, so die Macher der Studie - und ebenso in anderen Bereichen: Vor allem bei der Integration könne noch mehr erreicht werden. Dafür sei eine systematische Sprachförderung mit Beginn der Kita von Vorteil. Auch in Sachen Digitalisierung sei noch Luft nach oben.

Relativ schlecht im bundesweiten Vergleich schnitt Sachsen zudem auf dem Gebiet der Zeiteffizienz ab. Das lasse sich vor allem mit dem geringen Anteil der Studienanfänger in einem Bachelorstudiengang erklären. Mit nur 52 Prozent liegt der Freistaat hier auf dem letzten Rang.

In der Gesamtschau schnitt Sachsen dennoch am besten ab. Auf Platz zwei landete Bayern, gefolgt von Thüringen. Schlusslicht im Bildungsmonitor ist Berlin. Die Hauptstadt landet hinter Brandenburg und Bremen.

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