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Sachsen Sachsen erinnert an Kriegsende 1945 und Krieg in der Ukraine

Am Mahnmal auf dem Sowjetischen Garnisonsfriedhof in Dresden (Sachsen) steht

(Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/A)

Die Erinnerung an die Toten des Zweiten Weltkrieges verbindet sich am Tag der Befreiung mit der Trauer um die Opfer des Krieges in der Ukraine. Der Gedenktag wird so zu einem Appell für Frieden und Völkerverständigung.

Görlitz/Wurzen (dpa/sn) - In Sachsen ist am Sonntag vielerorts an die Befreiung Europas von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert worden. Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Als die Waffen schwiegen, waren mehr als 60 Millionen Opfer zu beklagen. Das Terrorregime der Nazis hatte zwölf Jahre gedauert. Der 8. Mai wird deshalb als Tag der Befreiung begangen. Auf Veranstaltungen gingen nahezu alle Redner auch auf den Krieg in der Ukraine ein und mahnten Frieden und Zusammenhalt in Europa an.

In Wurzen hatte das Netzwerk für Demokratische Kultur am Vormittag eine Fahrradtour im Muldental organisiert. Damit wollte man an die Opfer von Todesmärschen erinnern. Noch in den letzten Kriegstagen hätten SS und Gestapo versucht, die von ihnen begangenen Verbrechen durch neue Verbrechen zu verwischen, hieß es in dem Aufruf. Konzentrationslager, Zwangsarbeitslager und Haftlager der verschiedensten Art in Leipzig und Umland seien geräumt worden und Tausende Häftlinge auf lange und oft ziellose Märsche auch durch das Muldental gehetzt worden. Viele hätten das nicht überlebt.

Die Stadt Görlitz richtete gemeinsam mit Zgorzelec am polnischen Ufer der Neiße eine gemeinsame Veranstaltung auf der Altstadtbrücke aus und empfing dabei auch eine Delegation aus Griechenland. Auf dem Friedhof von Görlitz sind neben Todesopfern des Zweiten Weltkrieges auch mehr als 100 griechische Soldaten bestattet, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen. Der erste von ihnen wurde 1916 in Görlitz zu Grabe getragen.

In Dresden fand am Vormittag eine Kranzniederlegung auf dem Garnisonfriedhof statt, wo viele Soldaten der Roten Armee ihre letzte Ruhestätte fanden. Am Abend ist in Dresden eine Online-Diskussion geplant, wie man angesichts des Krieges von Russland gegen die Ukraine künftig mit sowjetischen Ehrenmalen für tote Soldaten umgehen soll. In Leipzig gab es unter anderem auf dem Ostfriedhof eine Kranzniederlegung.

In Torgau zerstörten Unbekannte in der Nacht zum Sonntag am Denkmal der Begegnung mehrere Blumenkübel und zudem eine hölzerne Friedenstaube. Zudem wurden Fahnen heruntergerissen und gestohlen, die im Gedenken an die Kriegsopfer an der Elbbrücke befestigt waren. Auf der Brücke hatten sich am 25. April 1945 amerikanische und sowjetische Soldaten die Hand gereicht und so symbolisch das Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt.

Quelle: dpa

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