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Sachsen Schulen öffnen teilweise: Testpflicht für Grenzpendler

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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Mitten im Corona-Lockdown sind Abschlussklassen an die Schulen zurückgekehrt. Nicht nur von Eltern gibt es Kritik. Unterdessen verbuchen die Testzentren für Grenzpendler regen Zulauf.

Dresden (dpa/sn) - Nach vier Wochen Pause haben die Schulen in Sachsen teilweise wieder geöffnet. Rund 50 800 Mädchen und Jungen, die demnächst ihren Abschluss machen, werden nun in geteilten Klassen unterrichtet. Am Montag standen für Lehrer und Schüler zunächst freiwillige und kostenlose Corona-Schnelltests an. Wie viele daran teilnahmen, war nach Angaben des Kultusministeriums noch unklar. Das Landesamt für Schule und Bildung hätte allerdings berichtet, dass die Tests an sämtlichen Testschulen "reibungslos" und ohne Probleme liefen. Weil die Tests gestaffelt erfolgen, sollen sich Lehrer und Schüler auch am Dienstag noch testen können.

Der Landeselternrat sowie mehrere Kreisverbände äußerten am Montag hingegen Sorge mit Blick auf die Abschlussprüfungen. Sie sprachen sich gegen zentrale Prüfungen aus und schlugen vor, dass es stattdessen einen Pool gleichwertiger Aufgaben für die Abschlussprüfungen geben sollte. So könnte jede Schule individuell prüfen, was behandelt wurde und dann entsprechend die Prüfungsaufgaben auswählen.

Die Eltern verwiesen darauf, dass sich die Situation an den Schulen sehr unterschiedlich gestalte. Während manche bis Mitte Dezember Unterricht vor Ort abgehalten hätten, seien andere Schulen geschlossen worden oder hätten wegen Quarantäne nur eingeschränkt unterrichtet. Mehr Zeit für die Prüfungen reiche nicht aus, hieß es. Das Kultusministerium hatte in der vergangenen Woche den Schülern coronabedingte Entlastungen versprochen - unter anderem mehr Zeit für Prüfungen, weniger Fächer und keine Nachteile für freiwillige Sitzenbleiber.

Seit Montag greift zudem in Sachsen eine Testpflicht für Befufspendler. Die Testzentren verbuchten regen Zulauf, unter anderem das Modl Medical-Testcenter in Görlitz. Modl Medical will am Mittwoch ein weiteres Testzentrum in Zittau eröffnen. Ein weiteres Testzentrum hatte am Freitag in Kodersdorf eröffnet. Zudem können sich Berufspendler aus Polen und Tschechien auch in Apotheken in Görlitz sowie bei einzelnen Ärzten testen lassen. Einige von ihnen erlebten am Wochenende einen Ansturm. Viele Unternehmen aus der Grenzregion haben sich darüber hinaus für eigene Lösungen entschieden und Personal zum Testen geschult oder externe Testanbieter gebucht.

Pendler aus oder in Risikogebiete müssen sich von nun an einmal pro Woche testen lassen. Von Unternehmen und Verbänden gibt es Kritik. Kippen könnte die Regel, wenn Deutschland wegen der hohen Infektionszahlen Tschechien als Hochrisikogebiet einstuft. Damit wäre ein Grenzübertritt für tschechische Pendler laut einer neuen Verordnung des Bundes nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Am Dienstag beraten Bund und Länder darüber, wie es in der Corona-Krise weitergeht - und über mögliche Verschärfungen. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hält unterdessen eine Verlängerung des Corona-Lockdowns im Freistaat bis 14. Februar für denkbar. Er sprach sich am Montag für einen Stufenplan bis Ostern aus. "Wir müssen in Sachsen - glaube ich - nicht viel nachschärfen. Wir müssen nur das, was wir uns vorgenommen haben, konsequent umsetzen." Dann werde man auch niedrigere Infektionszahlen erreichen.

Erstmals seit langem hatte Sachsen am Montag weniger als 1000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums gab es 448 Neuinfektionen und 46 Todesfälle. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von einer "ganz leichten" Verbesserung, sah aber noch keinen Grund zur Entwarnung.

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