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Sachsen Skulpturen-Parcours der Kulturhauptstadt Europas 2025

Der Aufbau des

(Foto: Ernesto Uhlmann/Courtesy Friedri)

Der "Purple Path" gehört zu den Leuchttürmen von Chemnitz. Er soll ins Umland der Kulturhauptstadt Europas 2025 locken. Noch in diesem Jahr sind erste Arbeiten internationaler Künstler zu sehen - den Anfang macht ein gebürtiger Sachse.

Thalheim/Chemnitz (dpa/sn) - Mit dem Werk "Include me out" des aus Sachsen stammenden Bildhauers und Malers Friedrich Kunath ist die erste Perle des "Purple Path" zur Kulturhauptstadt Europa Chemnitz 2025 enthüllt worden. "Die Gemeinde Thalheim macht der Machermentalität der Erzgebirgs-Region alle Ehre", sagte Staatssekretär Thomas Popp bei der Einweihung am Samstag im Buntsockenpark, der mit EU-Geld aus der Industriebrache einer ehemaligen Strumpffabrik von 1905 entstand. Mit dem violetten Kulturpfad gerate der ländliche Raum des Erzgebirges in den Blick. Über ein Netzwerk aus inzwischen 38 Orten setzten Kunst und Kultur Impulse für die gesellschaftliche Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. "Man darf stolz sein auf dieses Projekt, auf dieses Kunstwerk."

Kunath, 1974 geboren in Chemnitz, das damals Karl-Marx-Stadt hieß, hat sechs mit Gesichtern versehene Nadelbäume in Bronze gegossen, die einen Kreis bilden und sich freundschaftlich an den Ästen fassen. Ein weiteres Bäumchen steht abseits der Gruppe. Die Skulptur sei nicht nur hervorragend modelliert und verarbeitet, lobte Kurator Alexander Ochs. Sie verweise auch auf die Region mit ihren Wäldern, dem einst in der Forstwirtschaft geprägten Begriff der Nachhaltigkeit und rege an, im Zusammenhang mit der Klimakatastrophe neu über diese Frage und den Umgang mit dem Wald nachzudenken. Zugleich gehe es um das menschliche Miteinander und die Erfahrung von Ausgrenzung.

Kunaths Arbeit ist die erste Skulptur des Parcours, auf dem Kunstinteressierte künftig durch das Chemnitzer Umland wandeln können. Das Interesse am "Purple Path", der am Schlossberg, dem Gründungsort der Stadt Chemnitz beginnt, ist groß. Er wird sich von dort durchs Umland schlängeln: von Freiberg und Seiffen im Osten bis Zwickau im Westen, von Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz im Süden bis Mittweida und Wechselburg im Norden.

Das Kunstprojekt befasst sich nach Angaben von Kurator Ochs mit dem alten Erzgebirgs-Motto "Alles kommt vom Berg her". So bestünden die Arbeiten aus Erz und Kaolin, Wismut und Silber, Zinn und Kobalt, Holz und Licht. "Der Purple Path wird Storyteller dieser Region, für die Menschen, die hier leben und die, die hierherkommen wegen der Kunst", sagte er. "Lila ist im Christentum, in den Kirchen hier im Advent die Farbe des Aufbruchs, sie ist in der Passion die Farbe der Reflexion und der Empathie." Beides vereine der nun entstehende Pfad. "Kunst kann uns helfen, uns anderswo hinzubringen" und könne Empathie initiieren.

Bis ins Kulturhauptstadtjahr 2025 sollen laut Ochs mehr als 70 Skulpturen und Installationen von Künstlern aus mehr als 40 Nationen und der Region folgen: im September die fast vier Meter hohe Bronze "Stack" von Tony Cragg in Aue-Bad Schlema, eine Arbeit des britischen Künstlers Richard Long aus versteinertem Zedern- und Rotholz in der Jakobikirche Chemnitz und die Installation "Glance" von Tanja Rochelmeyer in Flöha und Anfang November "Die Wildschweine" von Carl Emanuel Wolff in Ehrenfriedersdorf, mit der Bezug auf den Gründungsmythos des Bergbaus dort genommen wird. Auch ein Bildhauer-Symposium ist geplant.

Chemnitz trägt 2025 zusammen mit Nova Gorica in Slowenien den Titel Kulturhauptstadt Europas. Unter dem Motto "C the Unseen" will die Stadt Verborgenes sichtbar machen und die "stille Mitte" in der Stadtgesellschaft aktivieren. Mit Blick darauf konstatierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" jüngst: "Hier findet die wahre Documenta statt." Das Konzept klammere die Zerrissenheit und Gefährdung der Stadt nicht aus, sondern mache sie zum eigentlichen Thema.

Quelle: dpa

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