Regionalnachrichten

Sachsen Steigende Corona-Infektionen: Leipzig verschärft Maßnahmen

Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Corona breitet sich landesweit in Sachsen aus. Die Zahlen der Neuinfektionen steigen weiter rapide an. Und nun hat auch die Stadt Leipzig einen wichtigen Grenzwert überschritten.

Leipzig/Dresden (dpa/sn) - Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen binnen weniger Tage verschärft nun auch die Stadt Leipzig die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie. Über das vergangene Wochenende habe das Gesundheitsamt 128 neue Infektionen registriert, teilte die Stadt am Dienstag mit. Dadurch stieg der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 35,1. Grund für die steigenden Zahlen in Leipzig sind demnach vor allem Infektionen in vier Altenpflegeheimen und zwei Asylunterkünften.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr, eine Kontaktverfolgung der Gäste in Gaststätten und Restaurants sowie eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Bei privaten Feiern sind nur noch maximal 25 Gäste erlaubt, Veranstaltungen unter freiem Himmel sind nur noch mit höchstens 250 Besuchern möglich, in geschlossenen Räumen gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 150 Personen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte an Bewohner, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen, um sich selbst und besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. "Schulen und Kitas müssen so lange wie möglich geöffnet bleiben, die Wirtschaft muss weiter laufen können." Derzeit unterstützen 20 Soldaten, 24 Verwaltungsangestellte, zehn Studenten sowie zwei Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) und eine Ärztin der Landesuntersuchungsanstalt das städtische Gesundheitsamt unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung.

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Infektionen landesweit innerhalb von 24 Stunden um 330 auf 14 169. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, erhöhte sich um vier auf nun 283. Laut Schätzungen gelten 8790 Menschen als genesen. Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des RKI abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen. So verzeichnete das Gesundheitsamt am Dienstag keine Neuinfektionen aus Dresden, Chemnitz sowie den Landkreisen Görlitz und Nordsachsen.

Den höchsten Zuwachs verzeichnete erneut der Erzgebirgskreis, der mit 195,9 auch den Spitzenwert bei der sogenannten Sieben-Tages-Inzidenz hat. In Chemnitz stieg der Wert nach Angaben des Gesundheitsamtes auf 97, nachdem innerhalb von 24 Stunden 92 weitere Infektionen bestätigt worden waren. 70 Fälle davon kommen aus einem Pflegeheim am Goetheplatz. Zwei ebenfalls stark betroffene Kitas wurden inzwischen geschlossen.

An diesem Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Ministerpräsidenten über die sich zuspitzende Entwicklung. Nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wird es dabei auch darum gehen, ob die Kontakte deutschlandweit wieder weiter eingeschränkt werden müssten.

Newsticker