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Sachsen Studie: Baubedarf in Leipzig besonders hoch

Blick auf DDR-Plattenbauten hinter einer Eigenheimsiedlung im Stadtteil Leipzig-Grünau. Foto: Jan Woitas/Archiv

(Foto: Jan Woitas/zb/dpa)

Hier zu viel, dort zu wenig: Bedarf und Angebot an neuen Wohnungen gehen in Sachsen laut einer Studie weit auseinander. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Leipzig/Köln (dpa/sn) - Der Baubedarf in Leipzig ist sachsenweit am höchsten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Demnach seien zwischen 2016 und 2018 in Leipzig nur 45 Prozent der benötigten neuen Wohnungen auch gebaut worden. Die Messestadt ist damit einer der 30 Landkreise in Deutschland, in denen weniger als 50 Prozent des Bedarfs gedeckt worden sind. Dazu zählen unter anderem auch Köln, Kiel oder Braunschweig.

Am zweitschlechtesten in Sachsen sieht es den Ergebnissen des IW-Wohnungsbedarfsmodells nach im Landkreis Görlitz (55 Prozent) aus, gefolgt von der Stadt Dresden (62 Prozent). Relativ ausgewogen hingegen seien Bedarf und Baufertigstellungen in den Landkreisen Leipzig, Meißen und Vogtland.

In einigen sächsischen Regionen, darunter die Landkreise Bautzen, Erzgebirge, Zwickau und Mittelsachsen, sei hingegen zu viel gebaut worden. Besonders stark war diese Entwicklung in Nordsachsen. Dort liege das Verhältnis zwischen Baufertigstellungen und Wohnungsbedarf bei 182 Prozent. Dort sollten Investitionen eher in bereits bestehende Gebäude fließen, so die Schlussfolgerung der Macher der Studie.

Berücksichtigt wurden bei der Auswertung unter anderem Daten zum aktuellen Leerstand und dem prognostizierten demografischen Wandel. Außerdem sei der Faktor "altersabhängiger Wohnkonsum" einbezogen worden. Dazu gehöre die wachsende Pro-Kopf-Wohnfläche und der Trend zu kleineren Haushalten.

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