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Sachsen Tödliche Messerattacke: OLG lehnt Prozessverlegung ab

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Chemnitz/Dresden (dpa/sn) - Der Prozess um die tödliche Messerattacke auf einen Deutschen im vorigen August in Chemnitz findet wie geplant in der Verantwortung des Landgerichts Chemnitz statt. Das Oberlandesgericht (OLG) in Dresden lehnte am Freitag einen Antrag der Verteidigung ab, den Prozess ans Landgericht Leipzig zu übergeben. Auch bleibe es dabei, dass die Verhandlung in dem Gerichtssaal des OLG in Dresden stattfinde, sagte eine Gerichtssprecherin auf dpa-Anfrage.

Von Montag an muss sich ein Syrer wegen des Tötungsdeliktes vor Gericht verantworten. Dem Asylbewerber werden gemeinschaftlicher Totschlag und gemeinschaftlicher versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Gemeinsam mit einem auf der Flucht befindlichen Iraker soll er am 26. August 2018 in Chemnitz einen 35-Jährigen mit Messerstichen getötet und zwei weitere Männer zum Teil schwer verletzt haben.

Zuvor hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe den Antrag der Verteidigung abgelehnt, den Prozess an ein Gericht außerhalb von Sachsen, Thüringen und Brandenburg zu übertragen. Die Richter hatten darauf verwiesen, dass die Verhandlung in einem besonders gesicherten Saal des OLG unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werde. Es bestünden auch nicht die geringsten Anhaltspunkte dafür, dass die Richter des Landgerichts Chemnitz das Gedankengut rechter Demonstranten teilen beziehungsweise "unter dem Druck der Straße nicht unbeeindruckt und angstfrei urteilen".

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