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Sachsen Uniklinik Leipzig: Therapie für traumatisierte Ärzte

Autos und Straßenbahnen fahren vor dem Universitätsklinikum in Leipzig vorüber. Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Leipzig (dpa/sn) - An der Leipziger Universitätsklinik ist eine Therapie für traumatisierte Ärzte entwickelt worden. "Ärzte und Ärztinnen haben ein erhöhtes Risiko, traumatische Erfahrungen zu erleben, da sie täglich mit Schmerz, Leid, schweren Erkrankungen oder Tod konfrontiert sind", erklärte Anette Kersting, Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Uniklinikum. Zudem würden sie eine große Verantwortung für das Wohl ihrer Patienten tragen. Fehlentscheidungen könnten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Mediziner würden etwa viermal häufiger an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden als Erwachsene in der gesamten Bevölkerung.

Die Leipziger Therapie greift auf das Internet zurück und besteht aus zehn Schreibaufgaben, die über einen Zeitraum von fünf Wochen bearbeitet werden müssen. Eine im Oktober beginnende Studie soll die Wirksamkeit der Internettherapie untersuchen. Die Uniklinik führt an, dass einer konventionellen Psychotherapie bei Ärztinnen und Ärzten einige Hürden im Weg stehen. Lange und unregelmäßige Arbeitszeiten sowie die Angst vor negativen Auswirkungen auf die berufliche Karriere würden einen Gang zum Psychotherapeuten erschweren. Eine internetbasierte Intervention lassen sich dagegen flexibel in den Alltag integrieren und biete eine höhere Anonymität.

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