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Sachsen Weiter Elite oder nicht: TU Dresden hofft auf gute Nachricht

Blick auf den Görges-Bau auf dem Campus der Technischen Universität Dresden. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild

(Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa)

Sachsen ist ein Land der Spitzenforschung mit der einzigen Eliteuniversität der Ost-Bundesländer. Im Herbst 2018 hat die TU Dresden eine Hürde im neuen Wettbewerb genommen - ein gutes Omen für ihren Exzellenzstatus?

Dresden (dpa/sn) - Gespannte Erwartung mit Zuversicht: Die Technische Universität (TU) Dresden, seit 2012 die einzige Elite-Hochschule in den ostdeutschen Bundesländern, will ihren Sonderstatus behalten. Voller Hoffnung schauen sie, die Stadt und der Freistaat Sachsen an diesem Freitag nach Bonn, wo die Entscheidung über die Exzellenzuniversitäten ab 2019 verkündet wird. "Die Exzellenzstrategie ist ein harter Wettbewerb", sagt Rektor Hans Müller-Steinhagen. Immerhin geht es, anders als in den bisherigen Runden, um eine Förderung auf unbestimmte Zeit - mit der Aussicht auf je 10 bis 15 Millionen Euro pro Jahr.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) fiebert mit, mit einer "großen Portion Zuversicht". Mit drei als exzellent eingestuften, bis 2025 geförderten Forschungsclustern hat die TU eine nötige Voraussetzung für die neuerliche Bewerbung als Exzellenzuniversität mehr als erfüllt - und mit neuem Schub weitergemacht, sagt Stange. "Genau das ist der Spirit, der so viele Beobachter der TU Dresden begeistert und beeindruckt."

Bund und Länder stellen für die Exzellenzstrategie seit 2018 rund 533 Millionen Euro pro Jahr bereit. 75 Prozent der Mittel stammen vom Bund, 25 Prozent vom Sitzland der Exzellenzcluster oder Exzellenzuniversität. Dabei werden je acht bis elf Hochschulen mit 148 Millionen Euro gefördert. Seit 2005 investierten Bund und Länder im Zuge der Exzellenzinitiative 44,64 Milliarden Euro in die Qualität von Forschung und Lehre. Für die "geadelten" Einrichtungen ist der Prestigegewinn aus Sicht des Wissenschaftsrates immens, auch international.

Die TU kann mit zahlreichen Forschungserfolgen und positiven Entwicklungen bei Publikationen, Preisen, Drittmitteln oder internationalen Rankings punkten, wo sie von Rang 350 auf mittlerweile 151 gestiegen ist und es in die Spitzenklasse der deutschen Universitäten geschafft hat. "Es ist unter anderem gelungen, zahlreiche weitere nationale und internationale Spitzenwissenschaftler an die TU Dresden zu holen", sagt der Rektor.

Stange verweist auf einzigartige Formate für den Wissenschaftlernachwuchs, ein attraktives Berufungssystem, oft einmalige strategische Kooperationen etwa mit dem Londoner King's College, eine moderne Verwaltungsstruktur zugunsten Interdisziplinarität, Synergie und Effektivität und intensive Zusammenarbeit mit außeruniversitäten Forschungseinrichtungen. Mit einer zweiten erfolgreichen Bewerbung will sie nun den nächsten Entwicklungsschritt machen. "Ich denke, dass die TU eine gute Startposition hat", sagt die Ministerin. Sie zähle zu den "hochdynamischen" Universitäten und in vielen Bereichen werde ihr eine außergewöhnliche Entwicklung attestiert.

Die TU Dresden hat rund 32 400 Studenten und 8300 Mitarbeiter - davon 600 Professoren. Sie gründet 30 bis 40 Firmen pro Jahr aus und meldet 180 Patente an - und ist damit auch wichtig für Sachsens Landeshauptstadt. Im Rathaus ist man zuversichtlich. "Es ist enorm wichtig, dass sie weiter zum Kreis der deutschen Exzellenzuniversitäten gehört", sagt Sprecher Kai Schulz. Mit ihrem Platz in der 1. Liga und dem international renommierten Ruf konnten schon viele kluge Köpfe aus dem In- und Ausland angezogen werden. "Sie bereichern die Stadt, machen den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort lebendiger." Und die TU-Spitzenforschung in Kommunikation, Medizin, neue Werkstoffe, Mikroelektronik und Informatik sei Garant für Innovation und Wachstum.

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