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Sachsen Weiterer Protest gegen Schließung von Sachsens Haribo-Werk

Haribo-Goldbären liegen auf einem Tisch. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Wilkau-Haßlau (dpa/sn) - Bei Gesprächen zu einem Sozialplan für die rund 150 Beschäftigten des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) ist noch keine Einigung in Sicht. "Wir liegen aktuell noch Welten auseinander", sagte Thomas Lißner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten am Donnerstag. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten des einzigen Haribo-Werkes in Ostdeutschland sowie deutlich höhere Abfindungen. Am Freitag ist eine Betriebsversammlung geplant, kommende Woche dann ein weiteres Gespräch mit der Unternehmensleitung des Süßwarenherstellers mit Sitz in Rheinland-Pfalz.

Lißner betonte, dass noch immer nicht nachvollziehbar sei, warum der Konzern "trotz Millionengewinnen" das Werk schließen wolle. Das Familienunternehmen hatte den Schritt Anfang November damit begründet, dass "unverhältnismäßig hohe Investitionen" nötig seien, um die Produktionsabläufe am Standort auf die künftigen Anforderungen auszurichten.

Von dem Aus für das Werk rückt Haribo nicht ab: "An unserem Plan, das Werk zum Ende des Jahres zu schließen, hat sich nichts geändert", erklärte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Ziel sei es, mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen für die Belegschaft zu finden. Zudem gebe es Gespräche, um die Gemeinde bei der künftigen Nutzung des Betriebsgeländes zu unterstützen.

Gegen die Schließung gibt es seit Wochen Protest, der auch von Politikern verschiedener Parteien unterstützt wird. Eine Petition im Internet hat bisher fast 15 000 Unterzeichner. Am Sonntag sind erneut Aktionen vor Ort geplant: Ein Gottesdienst sowie ein Lampionumzug vom Markt zum Werk. Schon zwei Wochen zuvor hatten Hunderte Menschen in Zwickau gegen die Schließung protestiert.

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