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Sachsen Weniger Wasser in Sachsens Flüssen: Erste Stellen trocken

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Seit Wochen ist Regen Mangelware in Sachsen. In den meisten Flüssen fehlt Wasser - und die Situation verschärft sich weiter.

Dresden (dpa/sn) - Die anhaltende Hitze und Trockenheit verschärfen die Lage in Sachsens Flüssen. Die meisten von ihnen haben inzwischen extremes Niedrigwasser - mit Ausnahme der Elbe. Aktuell befinden sich die Durchflüsse an zahlreichen der ausgewerteten 149 Pegel nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in diesem Bereich - bei weiteren 29 geht der Trend dorthin. Die Situation sei "sehr angespannt" und mit der im Juli 2018 vergleichbar, sagte Hydrologin Petra Walther.

"Es sind schon teilweise Flussabschnitte trockengefallen", sagte Walther. Dazu zähle die Schwarze Elster nahe der Landesgrenze zu Brandenburg bei Hoyerswerda, wo es auch eine Notabfischung gab. In den kleinen Nebenflüssen und Oberläufen passiert das laut Walther bei dieser Witterung schnell. Die Prießnitz etwa habe weiter oben noch Wasser - im Gegensatz zur Mündung. "Da kommt nichts mehr an." In Standgewässern litten die Fische, weil sich Seen und Teiche aufheizten und der Sauerstoffgehalt sinke.

Nach Angaben von Walther besteht absehbar auch keine Aussicht auf Entspannung. "Die nächsten 14 Tage bleibt es so heiß, und es ist kein Niederschlag in Sicht." Selbst wenn es punktuell mal regne, habe das keinen nachhaltigen Effekt. "Wenn mal 30 Liter in kurzer Zeit runterkommen, macht der Fluss mal Schluckauf, und dann fließt das Wasser ab", sagte sie. "Es müsste schon mal jeden Tag einen schönen Landregen geben."

In niederschlagsarmer Zeit werden Flüsse auch vom Grundwasser gespeist, erklärte Walther. Dessen Stände aber seien derzeit zu tief, und auch dort sei das Defizit groß. Laut dem jüngsten LfULG-Bericht ist an 86 Prozent der ausgewerteten Messstellen der monatstypische Grundwasserstand um durchschnittlich 64 Zentimeter unterschritten.

Die Elbe ist indes noch gut gefüllt, auch weil es in deren Einzugsgebiet in Böhmen (Tschechien) in den vergangenen Tagen kräftig geregnet hat und über die Moldau-Kaskaden oberhalb von Prag Wasser abgegeben wird, das dann in die Elbe gelangt. Die Schwankungen hingen mit der Steuerung dort zusammen, sagte Walther. "Wir profitieren auch von Bauarbeiten an der größten Talsperre Orlík." Die werde dazu abgelassen. "Das hatten wir 2018 nicht."

Quelle: dpa

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