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Sachsen Zwickauer Großgefängnis: Weitere Verzögerungen durch Corona?

Eine sechs Meter hohe Betonmauer umschließt das Gelände für das künftige Zwei-Länder-Gefängnis in Zwickau-Marienthal. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Ursprünglich sollten bereits im letzten Jahr die ersten Häftlinge in den gemeinsamen JVA-Neubau von Sachsen und Thüringen einziehen. Nun drohen durch Corona weitere Unwägbarkeiten auf der Baustelle in Zwickau.

Zwickau (dpa/sn) - Der Bau des Zwei-Länder-Gefängnisses in Zwickau-Marienthal könnte sich infolge der Ausbreitung des Coronavirus weiter verzögern. Zwar liefen aktuell die Gründungsarbeiten, teilte das sächsische Finanzministerium auf dpa-Anfrage mit. Auch die 1,35 Kilometer lange Anstaltsmauer und eine Regenwasserrückhaltebecken sollen demnach im nächsten Monaten fertiggestellt werden. Doch ob es dann in der zweiten Jahreshälfte planmäßig mit dem Rohbau weitergehen kann, ist derzeit nicht sicher. "Das ist abhängig von möglichen Einschränkungen im Zusammenhang mit der weltweiten Corona-Pandemie, die derzeit nicht einschätzbar sind", sagte eine Sprecherin.

Seit Sommer letzten Jahres wird die gemeinsame Justizvollzugsanstalt von Sachsen und Thüringen gebaut. Das neue Gefängnis mit insgesamt 820 Haftplätzen für Männer soll Ende 2023 fertig sein. Dann könnte es im ersten Quartal 2024 in Betrieb genommen werden, so die bisherigen Planungen.

Ursprünglicher Baustart sollte schon 2017 sein. Bereits im letzten Jahr hätten dann eigentlich die ersten Häftlinge einziehen sollen. Doch der Abriss alter Fundamente auf dem Gelände eines früheren Bahn-Ausbesserungswerks und die vergebliche Suche nach einem Generalauftragnehmer hatten die Planungen mehrfach verzögert.

Nach Angaben der Ministeriumssprecherin sind derzeit noch nicht alle Vergabeverfahren abgeschlossen. Aktuell werde die Vergabe der Rohbauarbeiten vorbereitet.

Die Kosten sind bereits von 150 auf 174 Millionen Euro gestiegen. Von den insgesamt 820 Plätzen für Männer mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren sind 450 Sachsen vorbehalten, 370 davon Thüringen.

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