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Thüringen Antisemitische Verschwörungslegenden im Querdenker-Umfeld

Jens-Christian Wagner bei einer Pressekonferenz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Erfurt/Weimar (dpa/th) - Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hat betont, dass das Erinnern an Opfer des Nationalsozialismus gerade in der Corona-Krise von Bedeutung sei. "Vieles, was sich im Umfeld von Corona-Leugnern, von Querdenkern und dergleichen zeigt, sind im Kern antisemitische Verschwörungslegenden", sagte Jens-Christian Wagner in einem am Mittwoch veröffentlichten Video zum Gedenktag für die NS-Opfer. "Genau solche Verschwörungslegenden haben in der 20er und 30er Jahren dazu geführt, dass der Nationalsozialismus sich so radikalisieren konnte, dass es zum Massenmord gekommen ist", führte Wagner aus.

Im Video kamen auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Landtagspräsidentin Birgit Keller zu Wort. Sie sprachen über die Ausstellung "KZ überlebt", die online und mit Porträt-Tafeln vor dem Landtag an Holocaust-Überlebende erinnert. "In der Ausstellung sehen wir die Porträts von Menschen aus vielen Ländern Europas, die zum großen Teil noch als Kinder oder Jugendliche in die tödliche Maschinerie der Konzentrationslager geraten", sagte Ramelow.

Eine Kranzniederlegung am "Stein der Erinnerung" beim Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt gehörte zu den geplanten Gedenkaktionen zum 27. Januar in Thüringen. Das Unternehmen baute die Verbrennungsöfen unter anderem für das KZ Auschwitz. Heute steht auf dem ehemaligen Firmengelände ein Erinnerungsort mit Museum. Die Gedenkstätte besteht seit zehn Jahren.

Sowjetische Truppen hatten am 27. Januar 1945 das deutsche Vernichtungslager Auschwitz befreit. In Deutschland ist der 27. Januar seit 1996 offizieller Gedenktag für die NS-Opfer.

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