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Thüringen BUND: Nächste Regierung muss beim Klimaschutz Tempo machen

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Trotz Corona-Pandemie hatte der BUND Thüringen im vergangenen Jahr viel zu tun. In diesem speziellen Jahr sollen Anliegen noch einmal deutlicher gemacht werden.

Erfurt (dpa/th) - Mit Blick auf die Wahlen im Herbst hat der Thüringer Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Tempo beim Klimaschutz angemahnt. "Wenn wir beim Natur- und Umweltschutz nicht endlich auf die Tube drücken, werden wir die Folgen von Klimawandel und Artensterben nicht mehr stoppen können", sagte der neue Landesvorsitzende Robert Bednarsky am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts 2020. Auch Landesgeschäftsführer Burkhard Vogel betonte: "Gerade was das Thema Klimaschutz betrifft, muss die nächste Regierung die Wende einleiten." Gelinge das nicht, seien die Klimaziele gegen die Erderwärmung nicht mehr umzusetzen.

Am 26. September sind Bundestagswahlen. In Thüringen soll dann zudem ein neuer Landtag gewählt werden. "Nachhaltiges Leben muss leicht gemacht werden, alles, was die Umwelt schädigt, muss teuer gemacht werden", fasste Bednarsky Forderungen an die Politik zusammen. Es gehe darum, zukünftige Generationen und andere Regionen der Welt nicht durch unseren Lebensstil zu schädigen.

Auch das Thüringer Klimagesetz müsse verschärft werden, es sehe noch zu viele Spielräume vor, kritisierte Vogel. Mit Blick auf den Treibhausgas-Ausstoß sagte er: "Ein jährlich verbindlicher Reduktionsplan ist nötig, der auch Sanktionen vorsieht, wenn die Ziele nicht erreicht werden." In Thüringen müsste das Angebot bei Bus und Bahn für den öffentlichen Nahverkehr verbessert werden, auch auf Bahnstrecken sollte mehr auf elektrische Antriebe gesetzt werden.

Zudem solle sich das Bundesland für Verbesserungen in der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union einsetzen, forderte Vogel. Die ökologische Landwirtschaft sollte besser gefördert werden, statt wie bislang vor allem die industrielle Landwirtschaft.

Zu den Themen, die den BUND Thüringen auch im vergangenen Jahr beschäftigten, zählte die Kritik am Gipsabbau in der als einzigartig geltenden Gipskarst-Landschaft im Südharz. Mit speziellen Projekten engagiert sich die Organisation unter anderem für den Schutz und die Erforschung etwa des Luchses und des Gartenschläfers - ein selten gewordenes kleines Nagetier aus der Familie der Bilche.

Der BUND Thüringen zählt rund 7000 Mitglieder. Auch in der Pandemie wollten sich Menschen für Natur und Umwelt einsetzen, so Vogel.

© dpa-infocom, dpa:210512-99-569587/2

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