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Thüringen Baukindergeld bereits für über 8000 Thüringer Familien

Blick auf den Rohbau eines Eigenheims. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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Der Staat hat schon Hunderttausenden Familien beim Bau oder Kauf der eigenen Immobilie unter die Arme gegriffen. Der Förderzeitraum für das Baukindergeld wurde noch einmal verlängert. Unumstritten ist die milliardenschwere Leistung allerdings nicht.

Erfurt (dpa/th) - Mehr als 8000 Familien in Thüringen sind bisher in den Genuss des Baukindergeldes gekommen. Zwischen dem Start des Programms im September 2018 bis Ende vergangenen Jahres zählte die Förderbank KfW 8107 Zusagen für den staatlichen Eigenheim-Zuschuss. Gut 160 Millionen Euro Fördergelder für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie wurden in diesem Rahmen bisher in Thüringen ausgeschüttet, wie die KfW auf Anfrage in Frankfurt mitteilte.

"Das Baukindergeld hat sehr vielen - vor allem jungen - Familien geholfen, ein Eigenheim zu finanzieren. Damit kommt es genau bei denjenigen an, denen es am meisten hilft", bilanzierte KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

Seit dem 18. September 2018 können Familien für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie den staatliche Zuschuss beantragen. Pro Kind gibt es 12 000 Euro, ausgezahlt wird das Geld in zehn Jahresraten zu je 1200 Euro. Insgesamt stehen bundesweit 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Zuschuss konnte rückwirkend beantragt werden: von Eltern oder Alleinerziehenden, die seit dem 1. Januar 2018 eine Baugenehmigung erteilt bekommen oder einen Kaufvertrag unterschrieben haben.

An der Leistung gab es immer wieder Kritik. So hieß es etwa, das Baukindergeld feuere die Immobilienpreise weiter an oder es profitierten Familien, die das Geld eigentlich nicht nötig hätten. Nach Angaben der KfW haben die meisten Antragsteller ein oder zwei Kinder (85 Prozent) und ein durchschnittliches zu versteuerndes Einkommen von weniger als 50 000 Euro (75,3 Prozent).

Anträge können den Angaben zufolge bis Ende 2023 gestellt werden. Zudem hat die Bundesregierung den Förderzeitraum bis zum 31. März 2021 verlängert, weil es wegen der Corona-Pandemie beim Bauen und beim Hauskauf teilweise zu Verzögerungen kam. Nun kann die Leistung beantragen, wer bis zum 31. März 2021 eine Baugenehmigung erhält oder einen Kaufvertrag für eine Immobilie unterschrieben hat. Von diesem Freitag (22. Januar) an müssen Antragsteller zusätzlich zum Grundbucheintrag Kaufverträge und Baugenehmigungen einreichen.

Die mit Abstand meisten Baukindergeld-Zuschüsse flossen den KfW-Angaben zufolge bisher in das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort wurden seit 2018 gut 64 400 Familien mit fast 1,4 Milliarden Euro gefördert.

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