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Thüringen Bei Gedenkstätte gefundenes Objekt wohl Feuerwerkskörper

Ein eingeschaltetes Blaulicht leuchtet auf einer Polizeistreife. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild)

Zuerst ist es nur ein verdächtiger Gegenstand - dann stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um einen Sprengkörper mit explosionsfähigem Material handelt. Der Fundort könnte kaum sensibler sein.

Nordhausen/Weimar (dpa/th) - Bei dem nahe der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen gefundenen Sprengkörper handelt es sich laut Polizei augenscheinlich um einen selbstgebastelten Feuerwerkskörper mit Zündschnur. Kriminaltechnische Untersuchungen ergaben, dass das Objekt beim Entzünden zu massiven Verletzungen am Körper hätte führen können, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Konkrete Hinweise auf ein politisches Tatmotiv gebe es derzeit nicht.

Aufgrund der Nähe zur Gedenkstätte sei aber auch der Staatsschutz eingeschaltet worden. Die Ermittlungen richten sich zunächst gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Spezialisten werteten derzeit noch weitere Spuren aus, sagte eine Polizeisprecherin.

Am 19. Januar hatte ein 15-jähriger Junge, der mit dem Fahrrad unterwegs gewesen war, in der Nähe der Gedenkstätte nach Stäben von Silvesterraketen gesucht und dabei den verdächtigen Gegenstand in einem Waldstück entdeckt. Der Vater des Jungen gab das Päckchen bei der Polizei Nordhausen ab. Die Polizei geht mit Blick auf den Zustand des Päckchens davon aus, dass es wohl höchstens einige Wochen am Fundort lag. So haben sich auch erste Vermutungen, es könne sich um zündunfähigen alten Industriesprengstoff handeln, nicht bestätigt - an die Gedenkstätte grenzt ein heute stillgelegter Tagebau.

Mittelbau-Dora war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Die Nationalsozialisten zwangen mehr als 60 000 Menschen, dort zwischen 1943 und 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Jeder dritte von ihnen starb.

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