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Thüringen Bibliotheken versorgen Leseratten auch in der Krise

Bücher stehen in einem Regal in einer Bibliothek. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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Bücherwürmer müssen in Corona-Zeiten nicht auf ihre Lektüre verzichten. Unter strengen Vorschriften ermöglichen viele Bibliotheken Lesevergnügen.

Heiligenstadt/Rudolstadt/Ilmenau (dpa/th) - Auch in Zeiten von coronabedingten Kontaktverboten versorgen die Thüringer Bibliotheken ihre Leser weitgehend mit Literatur. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur. Bücherfreunde dürften sich vor allem darüber freuen: Während der Schließzeit in der Krise entstehen bei den meisten befragten Einrichtungen keine Mahngebühren für versäumte Rückgabetermine. Vielerorts können Leihfristen online verlängert werden.

Viele Häuser bleiben zwar auch nach Ostern geschlossen; aber etwa in Sondershausen, Eisenach, Nordhausen und Heiligenstadt gibt es seit einigen Tagen wieder eine Ausleihe vor Ort - ohne allerdings die Bibliothek zu betreten.

Bibliotheken in Gera, Jena und Mühlhausen setzen derweil auf Online-Angebote. Die Geraer und die Jenaer Stadtbibliothek bieten auch bisherigen Nicht-Lesern einen "Schnupperausweis" an, der eine sofortige Nutzung der Thüringer Onlinebibliothek (ThueBIBnet) möglich macht.

Die ThueBIBnet ist ein Verbund von 53 Thüringer Bibliotheken. Das Angebot umfasst etwa 90 000 Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene: darunter finden sich etwa Bücher, Zeitschriften, aber auch Hörbücher und Videos für elektronische Endgeräte wie Tablets. Das Angebot kann rund um die Uhr genutzt werden - Voraussetzung ist ein gültiger Bibliotheksausweis.

"Die Leute freuen sich, wenn sie sich im gebührenden Abstand ein paar neue Medien holen können", sagt die Leiterin der Heiligenstädter Stadtbibliothek, Jana Bauer. Wie auch in Sondershausen, Arnstadt, Rudolstadt, Eisenach und Ilmenau hat die Bibliothek ihre Nutzer um telefonische Bestellungen gebeten. Zu den Öffnungszeiten können Bücher, DVDs und CDs abgeholt werden.

In Arnstadt können Medien über den Onlinekatalog ausgesucht, per Mail oder Telefon bestellt und dienstags sowie donnerstags am Eingang der Kinderbibliothek abgeholt werden. Die Rückgabe erfolgt nach Informationen der Stadtverwaltung über einen Briefkasten, der mehrmals am Tag geleert werde.

In Nordhausen kann man telefonisch oder per Mail bestellen und eine Abholzeit vereinbaren. "Dann werden die gewünschten Medien im Windfang der Bibliothek abgelegt", erklärt Leiterin Hildegard Seidel. Ein Bringdienst sei für Menschen mit Handicap möglich. Auch in Eisenach gibt es Bücher nach Voranmeldung. "Beim Abholen bitte klingeln und den Leserausweise vorzeigen", sagt Sprecherin Petra Lürtzing. Der Sonderservice gilt am 14., 16. und 17. April.

In Ilmenau ist extra für Leseratten ein Abholfenster an der Stadtbibliothek eingerichtet worden. "Allerdings muss mindestens einen Arbeitstag vorbestellt und eine Abholzeit vereinbart werden", erklärt Robert Henneberger von der Stadtverwaltung. Ein Lieferservice sei für Risikogruppen möglich.

In Rudolstadt ist eine Bücherrutsche am Fenster der Kinderbibliothek installiert worden. "Vorbestellt werden dürfen maximal fünf Medien", sagt Sprecher Michael Wirkner. Beim Abholen soll zunächst der Bibliotheksausweis gezeigt und unbedingt auf den Sicherheitsabstand geachtet werden.

Die Büchereien in Jena bleiben auch weiterhin geschlossen. "Um den Hygienevorschriften und dem Kontaktverbot zu entsprechen, haben wir uns gegen Lieferdienste oder Abholmöglichkeiten entschieden", sagt Birgit Liebold von JenaKultur. Es gebe aber seit Beginn der Schließzeit ein Filmportal mit einer Bilderbuch-App und die Möglichkeit, mit der Brockhaus-Enzyklopädie online zu arbeiten.

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