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Thüringen Bisher zwei Corona-Impfschäden in Thüringen anerkannt

Eine Frau wird während einer Impfaktion geimpft.

(Foto: Ronny Hartmann/dpa/Symbolbild)

Knapp vier Millionen Impfdosen gegen Corona sind bislang in Thüringen verabreicht worden. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, begründen ihre Weigerung auch mit Angst vor Impfschäden. Wie sind die aktuellen Zahlen?

Weimar (dpa/th) - Bei fast vier Millionen verabreichten Impfdosen gegen das Coronavirus ist in Thüringen bislang bei zwei Menschen ein Impfschaden anerkannt worden. Ein weiterer Antrag sei abgelehnt worden, die restlichen 29 Anträge seien noch in der Prüfung, sagte ein Sprecher des zuständigen Landesverwaltungsamts in Weimar der Deutschen Presse-Agentur. Landesweit gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bis Freitag 1,47 Millionen Erstimpfungen, 1,44 Millionen Zweitimpfungen und 970.000 Auffrischungsimpfungen.

Welche Impfschäden die Betroffenen erlitten haben, konnte die Behörde aus Datenschutzgründen nicht mitteilen. Ein Impfschaden ist laut Infektionsschutzgesetz "die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung" (§2). Wer solch eine Schädigung geltend machen will, muss dafür einen Antrag beim Landesverwaltungsamt einreichen. Die Prüfung könne mehrere Monate dauern, erklärte ein Sprecher.

Wird der Antrag positiv beschieden, haben Betroffene Anspruch auf eine Grundrente je nach Schwere des Impfschadens. Maßgeblich ist das Bundesversorgungsgesetz. Demnach kann der Betrag der Grundrente zwischen 156 Euro und 811 Euro pro Monat liegen. Dazu können weitere Zuschläge kommen. Da die Schäden oft direkt nach der Impfung aufgetreten seien, gehe das Landesverwaltungsamt nicht von einem starken Anstieg der Antragszahlen aus, sagte der Sprecher.

Immer wieder verunsichern Impfgegnerinnen und Impfgegner mit Berichten über angebliche Impfschäden nach einer Corona-Impfung. Das für Impfstoffsicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlichte Ende 2021 einen Sicherheitsbericht zu den Covid-Impfstoffen. Demnach betreffe die ganz überwiegende Zahl der Nebenwirkungen von in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen vorübergehende lokale Reaktionen. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen [...] sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe."

Pro 1000 verimpfter Dosen seien 0,2 Verdachtsfälle für schwerwiegende Fälle gemeldet worden. Beim überwiegenden Großteil sei kein bleibender Schaden oder Todesfall verzeichnet worden.

Das PEI registrierte zwischen 27.12.2020 und 30.11.2021 zudem deutschlandweit 1919 Verdachtsfälle über einen tödlichen Ausgang im Abstand von 0 bis 289 Tagen zur Impfung. In 78 Einzelfällen bewertete das Institut den Zusammenhang mit der Impfung als möglich oder wahrscheinlich. Deutschlandweit wurden in dem Zeitraum über 123 Millionen Impfdosen verabreicht.

Quelle: dpa

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