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Thüringen Bundeswehrhubschrauber soll bei Waldbränden helfen

Georg Maier (SPD, r), Thüringer Innenminister, unterhält sich mit einem Feuerwehrmann. Foto: WichmannTV

(Foto: WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa)

Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Großbrand im Südosten Thüringens. Das Feuer ist unter Kontrolle, doch bis es gelöscht ist, kann es noch dauern. Nun kam ein weiterer Brand im Ilm-Kreis hinzu.

Saaldorf/Plaue (dpa/th) - Die Waldbrände in Thüringen haben sich ausgeweitet. Neben dem etwa 15 Hektar großen Waldstück an der Bleiloch-Talsperre in Südostthüringen brennt seit Mittwoch auch ein etwa drei Hektar großes Waldstück bei Plaue im Ilm-Kreis. Innenminister Georg Maier (SPD) verschaffte sich von einem Hubschrauber aus einen Überblick über das Ausmaß der Brände.

Nach Einschätzung der Einsatzkräfte könnte sich der Kampf gegen den Waldbrand an der Bleiloch-Talsperre noch bis Freitag hinziehen. "Wir setzen große Hoffnungen auf den Hubschrauber der Bundeswehr", sagte der Kreisbrandinspektor des Saale-Orla-Kreises, Uwe Tiersch. Er sei aber erst am Donnerstag einsatzbereit. Es gebe weiterhin Glutnester, die bislang nicht erreicht würden. "Dort soll der Hubschrauber Wasser abwerfen."

Der Waldbrand im Ilm-Kreis erstreckt sich nach Angaben des Landratsamtes über drei Abschnitte in Richtung Dosdorf und Reinsfeld. Zwei Brandabschnitte hätten die Feuerwehren unter Kontrolle, auf den dritten konzentrierten sich die Löscharbeiten. Die Wasserversorgung für die Feuerwehren sei gesichert. Notfalls würde auch Wasser aus einem Schwimmbad in Plaue genutzt.

Die Arbeiten würden von einem Katastrophenschutzstab des Landratsamtes des Ilm-Kreises koordiniert. Innenminister Maier sagte: "Das ist ein Brand, der meines Erachtens nach gefährlich werden kann. Der Wald ist trocken und wenn Wind aufzieht, kann sich das Feuer ausbreiten."

Maier forderte schnelle Hilfe der Bundeswehr, um die Waldbrände in Thüringen zu bekämpfen. "Wir brauchen einen Bundeswehrhubschrauber - jetzt", sagte er. Das Feuer am Bleichloch-Stausee war am Sonntag ausgebrochen und galt zwischenzeitlich als gelöscht. Es breitete sich dann jedoch aus. Am Mittwoch war es nach Angaben von Kreisbrandinspektor Tiersch unter Kontrolle. An den steilen Hängen wurden unter anderem Höhenretter eingesetzt, um Glutnester zu finden und zu löschen. Die Höhenretter, die mit Seilen gesichert wurden, entfernten laut Tiersch auch Totholz.

In der Nacht werde der Brand vor allem beobachtet und im Notfall eingeschritten. Für das Gebiet war am Dienstag der Katastrophenfall ausgerufen worden. Menschen waren laut Landratsamt aber nicht in Gefahr.

Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums sind die verfügbaren Polizeihubschrauber in Thüringen derzeit nicht in der Lage, Löschwasser zu transportieren. Grund sei ein Haken, der gebraucht werde, um die Behältnisse mit Wasser zu transportieren und in der Luft zu entleeren. Einer dieser Haken befinde sich derzeit in der Wartung. Ein anderer sei bestellt, aber seit Langem nicht lieferbar.

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