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Thüringen CDU-Fraktion fordert mehr Seiteneinsteiger in den Schulen

Christian Tischner (CDU) spricht im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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In Thüringen gibt es zu wenige Lehrer. Die CDU-Fraktion plädiert dafür, mehr Seiteneinsteiger einzustellen, um die größten Löcher zu stopfen. Es gibt es aber noch weitere Vorschläge. Einige davon dürften auch bei Linken, SPD und Grünen offene Ohren finden.

Erfurt (dpa/th) - Im Kampf gegen den Lehrermangel in Thüringen hat die CDU-Fraktion mehr Einstellungen von Seiteneinsteigern und mehr Verantwortung für Schulen in den Einstellungsverfahren gefordert. Es gebe deutlich mehr Bewerbungen von potenziellen Seiteneinsteigern als von klassisch ausgebildeten Lehrern, sagte Christian Tischner, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. "Das ist eine Ressource, die derzeit nicht genutzt wird." Seiner Meinung nach müssten die Seiteneinsteiger aber ausreichend qualifiziert werden. Außerdem sollten ihnen Mentoren zur Seite gestellt werden, so Tischner.

Der Freistaat kämpft seit Jahren mit einem verheerenden Lehrermangel, der in ländlichen Gebieten stärker ist als in den Städten und besonders Fächer wie Mathematik oder Physik betrifft. Wegen der Personalnot fallen jedes Jahr zahlreiche Unterrichtsstunden aus, teils fehlen auf den Zeugnissen deshalb in manchen Fächern die Noten.

Bislang stellt Thüringen nur sehr wenige Seiteneinsteiger ein. Seit es die Möglichkeit des Seiteneinstieges in den Beruf gibt, lag der Anteil der Seiteneinsteiger bei den Neueinstellungen lange Zeit bei unter fünf Prozent. Im vergangenen Jahr zeichnete sich aber ein höherer Anteil ab. In Sachsen etwa gab es dagegen schon Jahre, in rund die Hälfte der eingestellten Lehrer Seiteneinsteiger waren.

Den Anteil der Seiteneinsteiger zu erhöhen, ist nicht die einzige Stellschraube, an der die CDU-Fraktion gern drehen würde. In einem Antrag hat sie 26 Maßnahmen aufgelistet, um die Einstellungs- und Aufstiegsbedingungen von Lehrern zu verbessern. Darunter sind Punkte, die auch von Politikern der rot-rot-grünen Minderheitsregierung bereits gefordert wurden - zum Beispiel eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern auf dem Niveau von Gymnasiallehrern. Auch beim Thema Seiteneinsteiger hatte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) bereits Anfang des Jahres signalisiert, dass deren Anteil erhöht werden soll.

Tischner sagte, er gehe davon aus, dass man sich auf einige Punkte einigen können werde. Er hoffe, dass ein erstes Maßnahmenpaket noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden könne.

Die Christdemokraten fordern auch ein "Aufstiegs-, Beförderungs- und Zulagensystem" für Lehrer, um die Attraktivität des Berufes zu erhöhen. Tischer sagte, dass sich Lehrer auf freie Stellen direkt an den Schulen bewerben können sollten - und nicht wie bisher an den Schulämtern. Auch bei den Einstellungsverfahren für Lehrer und Referendare sollten die Schulen nach Vorstellungen der CDU-Fraktion deutlich mehr Mitspracherecht haben. Dafür sollen die Schulen bereits mit drei Jahren Vorlauf verbindlich erfahren, welche Stellen sie neu besetzen können - etwa wenn absehbar ist, dass ein Lehrer in den nächsten Jahren in den Ruhestand geht.

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