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Thüringen Corona-Impfstellen im Land schließen bis Weihnachten

Ein medizinischer Mitarbeiter impft eine Frau gegen Corona.

(Foto: Ronny Hartmann/dpa/Symbolbild)

Jede zweite Spritze gegen Covid-19 ist in Thüringen in regionalen Impfstellen oder Impfzentren verabreicht worden. Nach fast zwei Jahren Öffnung schließen die letzten Anlaufstellen bis Weihnachten.

Erfurt (dpa/th) - Die Zeit der Corona-Impfstellen geht in Thüringen zu Ende. Nur noch bis Weihnachten können sich die Menschen im Freistaat in den zentralen Anlaufstellen gegen Covid-19 impfen lassen. Die 14 verbliebenen Impfstellen im Land sollen in den kommenden Wochen nach und nach geschlossen werden, wie das Thüringer Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Letztmals sind Impfungen am 23. Dezember in Sonneberg, Gotha, Erfurt, Suhl, Gera, und Jena möglich, die übrigen schließen bereits am 16. oder 17. Dezember.

Danach übernehmen nur noch niedergelassene Ärzte die Impfungen, in Gesundheits-, Pflege- und Sozialeinrichtungen können bei Bedarf weiterhin mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Das Online-Terminportal www.impfen-thueringen.de bleibt trotz Schließung der Impfstellen bestehen, hier können wie bisher Impftermine in Praxen gebucht werden.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärte, durch die Arbeit in den Impfstellen sei es gelungen, viele Menschen schnell und flächendeckend gegen das Coronavirus zu schützen. "Gleichzeitig ärgere ich mich über die kurzfristige Kommunikation des Bundes in dieser wichtigen Sache. Die Signale zum Ende der anteiligen Finanzierung durch den Bund hätten deutlich früher kommen müssen", meinte die Ministerin. Thüringen hatte bereits die Hälfte der Impfstellen geschlossen und gehofft, die verbliebenen Einrichtungen bis Ende März 2023 weiter betreiben zu können.

Die ersten Corona-Impfstellen in Thüringen waren Mitte Januar 2021 in Betrieb gegangen. Seitdem wurden laut Ministerium 52 Prozent der bislang rund 4,3 Millionen Impfungen in den zeitweilig um die 30 Anlaufstellen verabreicht. 44 Prozent der Impfungen entfielen auf Praxen niedergelassener Ärzte, vier Prozent übernahmen mobile Impfteams. Zuletzt war bei insgesamt gesunkener Nachfrage der Anteil der Impfungen in den Praxen deutlich gestiegen. Im November seien 80 Prozent der 38 000 Impfungen von den Praxen übernommen worden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte in dieser Woche angekündigt, dass die Corona-Impfungen zum 1. Januar generell in die Arztpraxen überführt werden sollen. Die aktuelle Impfverordnung, die die Organisation und Vergütung auch in Impfzentren der Länder regelt, läuft am Jahresende aus. Bezahlt werden sollen die Impfungen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung - zunächst aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, ab 7. April von den Kassen. Impfstoff werde weiter vom Bund beschafft und gratis bereitgestellt.

Insgesamt verfügen in Thüringen bislang 70 Prozent der Bevölkerung über die Grundimmunisierung aus zwei Einzelimpfungen, etwa 54 Prozent haben eine erste Auffrischungsimpfung erhalten, den zweiten Booster haben sich 8,7 Prozent der Menschen abgeholt.

Unterdessen hat sich die Corona-Inzidenz in Thüringen binnen einer Woche wieder erhöht. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der amtlich erfassten wöchentlichen Neuinfektionen je 100 000 Einwohner am Donnerstag mit 127 an, damit gehört der Freistaat weiter zu den Bundesländern mit den niedrigsten Sieben-Tage-Werten. Vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 115 gelegen.

Fachleute gehen allerdings von einer Dunkelziffer bei den Infektionen aus, da in den RKI-Zahlen nur die mittels PCR-Test nachgewiesenen Fälle enthalten sind, nicht jedoch die Nachweise per Schnell- oder Selbsttests. Viele Ärzte verzichten aber inzwischen auf PCR-Tests.

Binnen sieben Tagen wurden in Thüringen 14 weitere Todesfälle von mit dem Coronavirus infizierten Menschen gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona seit Pandemiebeginn erhöhte sich laut RKI damit in Thüringen auf 7918.

Quelle: dpa

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