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Thüringen Erster Teil von Corona-Bonus hat Pflegekräfte erreicht

Ärzte und Pflegepersonal besprechen sich in einer Notaufnahme. Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild

(Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild)

Der Corona-Bonus für Pflegekräfte war nicht unumstritten - auch, weil die Finanzierung allein den Pflegekassen und Ländern aufgebürdet wurde. Die Beschäftigten dürfte der steuerfreie Zuschlag aber freuen.

Erfurt (dpa/th) - In Thüringen haben die Beschäftigten in der Altenpflege nach Angaben des Gesundheitsministeriums den ersten Teil des Corona-Bonus erhalten. Ausgezahlt worden sei der Anteil der Pflegekassen von bis zu 1000 Euro pro Kopf, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zur Auszahlung von weiteren 500 Euro, die das Land beisteuere, liefen derzeit noch Gespräche mit den gesetzlichen Krankenkassen über eine Verwaltungsvereinbarung. Mit dem Zuschlag, der bei Auszahlung in diesem Jahr für die Beschäftigten steuerfrei ist, sollen deren besondere Belastungen in der Corona-Pandemie gewürdigt werden.

Das Land wende insgesamt rund 13,6 Millionen Euro für seinen Anteil auf, sagte der Sprecher. Dieser solle ebenfalls über die Kassen ausgezahlt werden. Man wolle damit unnötige Bürokratie für die Pflegeeinrichtungen vermeiden, die dann nicht noch einmal einen neuen Antrag stellen müssten. In Thüringen arbeiten insgesamt 32 000 Pflegekräfte in der Altenpflege.

Die Höhe des Zuschlags für die einzelnen Pflegebeschäftigten hängt von ihrer konkreten Tätigkeit ab. Den vollen Betrag erhalten Beschäftigte, die unmittelbare Pflegetätigkeiten übernehmen und mindestens 35 Stunden pro Woche arbeiten, wie ein Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Thüringen erläuterte. Bei den übrigen Beschäftigten falle der Betrag entsprechend geringer aus. Die rund 2500 AWO-Beschäftigten in Pflegeheimen hätten den ersten Teil des Zuschlags mit dem Juligehalt erhalten. "Das ging reibungslos", sagte der Sprecher.

Auch Beschäftigte in der Krankenpflege sollen eine Corona-Prämie erhalten. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen dafür bundesweit 100 Millionen Euro bereit. Verschiedene Kassen kritisieren, dass die pandemiebedingten Mehrkosten im Gesundheitswesen überwiegend von ihnen zu zahlen seien. Es sei unsozial, sie allein den gesetzlich Versicherten aufzubürden, hatte etwa die IKK classic kritisiert.

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