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Thüringen Hunderte demonstrieren gegen rechte Gewalt in Eisenach

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Kundgebungen und ein Demonstrationszug durch die ganze Stadt: In Eisenach haben viele Menschen friedlich gegen rechte Gewalt protestiert. Aber auch bei der rechtsextremen NPD versammelten sich Anhänger.

Eisenach (dpa/th) - Am Internationalen Tag gegen Rassismus haben sich in Eisenach Hunderte Menschen an einer Demonstration gegen rechte Gewalt beteiligt. Etwa 750 Teilnehmer kamen nach Polizeiangaben zu Kundgebungen und einem Marsch durch die Wartburgstadt. Zu der Aktion hatte ein bundesweites antifaschistisches Bündnis "Irgendwo in Deutschland" unter dem Motto "Die Wartburgstadt ins Wanken bringen" aufgerufen. Die Demonstration verlaufe friedlich, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Zug, der sich hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Antifa in die Offensive" formierte, musste laut Polizei kurzzeitig gestoppt worden, als sich Teilnehmer vermummt hatten. An einer Kundgebung der rechtsextremen NPD, die in Eisenach ihre Landesgeschäftsstelle hat, beteiligten sich laut Polizei knapp 200 Teilnehmer aus der rechten Szene. Auch als der Zug des antifaschistischen Bündnisses in Sichtweise die NPD-Kundgebung passierte, sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Die Polizei hatte zunächst nicht ausgeschlossen, dass auch gewaltbereite Teilnehmer anreisen könnten. Mehrere Hundert Beamte waren deshalb im Einsatz. Die Thüringer Polizei wurde nach eigenen Angaben von Beamten der Bundespolizei unterstützt.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte die Teilnehmer zu Gewaltfreiheit aufgerufen. Ihm war von Vertretern der Thüringer Linken deshalb vorgeworfen worden, das Engagement gegen Rechts dadurch in ein falsches Licht zu rücken. Geschäfte in der Eisenacher Fußgängerzone waren am Samstag wegen der Demonstrationen geschlossen. "Es war recht leer in der Innenstadt", sagte eine Eisenacherin. Auch das Lutherhaus schloss wegen der Straßensperrungen vorzeitig.

Das antifaschistische Bündnis hatte seine Aktion damit begründet, dass es in Eisenach gewalttätige Übergriffe von Neonazis gebe. Mit der Demonstration solle ein Schlaglicht "auf den rechten Alltag in Eisenach" geworfen werden.

Auch in anderen Städten gab es am Tag gegen Rassismus Aktionen, an denen sich bundesweit mehrere Tausend Menschen beteiligten. Dazu gehörten Berlin, Köln und Frankfurt.

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