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Thüringen Intershop hält trotz schwachem Halbjahr an Prognose fest

Das Firmengebäude der Intershop AG befindet sich im Zentrum der Stadt.

(Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dp)

Einen Ausrutscher nennt Intershop-Chef Klahn das zweite Quartal. Auswirkungen auf die Geschäftserwartung 2022 habe das aber nicht.

Jena (dpa/th) - Probleme beim Servicegeschäft in einigen europäischen Ländern haben dem Softwareunternehmen Intershop ein verhaltenes erstes Halbjahr beschert. Während der Umsatz mit Mietsoftware für den Internethandel um fast ein Drittel zulegte, sorgte das geringere Servicegeschäft für einen Halbjahresumsatz, der mit 18,5 Millionen Euro nur knapp über dem Niveau des Vorjahreszeitraums lag. Das geht aus am Mittwoch vorgelegten Zahlen des Jenaer Unternehmens hervor.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) rutschte mit einer halben Million Euro erstmals seit längerer Zeit wieder ins Minus. Unter dem Strich stand nach sechs Monaten ein Minus von mehr als 800 000 Euro.

Vorstandschef Markus Klahn bezeichnete vor allem das zweite Quartal beim Ergebnis als Ausrutscher. "Wir schauen optimistisch nach vorn. Wir haben eine gute Pipeline mit Aufträgen." Im ersten Quartal hatte Intershop noch ein Umsatzplus von vier Prozent auf 9,2 Millionen Euro erzielt.

Klahn bestätigte die Geschäftsprognose für 2022. Danach will der Spezialist für Programme, mit denen Unternehmen ihr Geschäft im Internet abwickeln können, ein Umsatzwachstum von zehn Prozent erwirtschaften. Das Ebit soll mindestens eine Million Euro betragen. Beschäftigt werden knapp 300 IT-Spezialisten in Jena.

Die Probleme beim Servicegeschäft, dessen Umsatz insgesamt um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank, hätten sich vor allem in Frankreich und einigen Beneluxländern ergeben. Der Aufwand dort sei höher gewesen als erwartet, sagte Klahn. "Die Kalkulationen sind nicht aufgegangen." Es seien aber Schritte eingeleitet worden, um das Ergebnis zu verbessern.

Nach Angaben des Intershop-Chefs haben die hohen Energiekosten oder Probleme mit Lieferketten bisher keine Auswirkungen in der Form, dass Intershop-Kunden Aufträge verschieben oder stornieren müssten. "Bisher werden geplante Investitionen auch umgesetzt. Wir schauen sehr sorgfältig, was bei unseren Kunden passiert." Der Trend zum Onlinehandel auch zwischen Unternehmen sei ungebrochen. Intershop hatte sich in den 1990er Jahren weltweit einen Namen als einer der Pioniere bei Lösungen für den Internethandel gemacht.

Quelle: dpa

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