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Thüringen Jenoptik-Vorstand: Erwarten ein stärkeres zweites Halbjahr

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(Foto: Bodo Schackow/zb/dpa/Archivbild)

Das gab es in dieser Dimension schon lange nicht bei Jenoptik: Umsatz und Gewinn des Thüringer Konzerns brachen ein. Vorstandschef Traeger bleibt trotz Corona-Krise Optimist: "Wir haben nicht das Gefühl, in ein Loch zu fallen."

Jena (dpa/th) - Die Corona-Krise und die Probleme der Automobilindustrie machen dem Thüringer Technologiekonzern Jenoptik zu schaffen. Der Umsatz des Unternehmens sank im ersten Halbjahr um 11,9 Prozent auf 329,0 Millionen Euro, wie der Vorstand am Donnerstag in Jena mitteilte. Grund seien unter anderem Projektverschiebungen. Der Auftragseingang verringerte sich von 381,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 333,9 Millionen Euro.

Die Probleme führten zu einer Halbierung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 15,6 Millionen Euro. Der Gewinn sank von 24,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 10,6 Millionen Euro per Ende Juni.

Vorstandscher Stefan Traeger zeigte sich trotz der Probleme zuversichtlich. "Wir haben nicht das Gefühl, in ein Loch zu fallen", sagte er in Jena. Er rechnet mit einem Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr - wenn es nicht zu einer massiven zweiten Corona-Welle kommt. Jenoptik erwirtschaftet etwa drei Viertel des Umsatzes im Ausland. Stabilisierend wirke die Nachfrage der Halbleiterindustrie nach Ausrüstungen und Lasern von Jenoptik, öffentliche Projekte zur Verkehrsüberwachung sowie staatliche Aufträge für Militärprojekte.

Der Vorstand senkte seine Umsatzprognose für dieses Jahr erneut. Erwartet würden nun 770 bis 790 Millionen Euro bei einem positiven Ergebnis. Dabei noch nicht berücksichtig sei die Übernahme der Firma Trioptics (Wedel), die im dritte Quartal abgeschlossen sein soll. Bisher war das Unternehmen von etwa 800 Millionen Euro ausgegangen. 2019 hatte der Optik-, Elektronik- und Militärtechnikkonzern noch 855 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Ein Ende der Kurzarbeit bei Jenoptik sei noch nicht in Sicht - "gerade in den automobilnahen Bereichen", sagte Traeger. Bisher seien im Schnitt 200 bis 300 Jenoptik-Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen. "Das ist noch nicht vorbei, wir entscheiden fast von Woche zu Woche." Der Vorstandschef kündigte Strukturveränderungen im Konzern an, wollte sich zu Details wegen laufender Gespräche auch mit Arbeitnehmervertretern nicht äußern.

Jenoptik beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Das Jenaer Unternehmen ist einer der wenigen ostdeutschen Vertreter im Technologiewerteindex der Frankfurter Börse.

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