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Thüringen Keine Corona-Tests für jedermann in Thüringen

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Der Nutzen von Massentests auf das Corona-Virus ist umstritten. Bayern prescht vor - Thüringen will dem Nachbarland nicht folgen.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat massenhafte Corona-Tests für jedermann wie in Bayern geplant abgelehnt. Ein unsystematisches Testangebot für die gesamte Bevölkerung bringe keinen Erkenntnisgewinn, sagte Werner am Montag auf Anfrage in Erfurt. "Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass durch negative Tests bei den Menschen ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht und das Risikobewusstsein zurückgeht." Insofern sei der bayerische Vorschlag nicht zu Ende gedacht, so die Ministerin. Thüringen lege Wert auf gezielte Tests.

Kritik am Vorpreschen Bayerns kam unter anderen auch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend", schrieb Spahn bei Twitter.

Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für alle ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernehme das Land die Kosten, die nicht von den Krankenkassen getragen würden, hieß es in München.

Thüringen setzt nach Angaben von Werner weiterhin auf gezielte - und wenn notwendig - auch wiederholte Tests, "dort, wo es zur Bekämpfung von Ausbrüchen und in besonders sensiblen Bereichen notwendig ist". Dazu zählten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und Schulen. Es gehörten aber auch Landkreise und kreisfreie Städte dazu, wenn sie die Marke von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten.

Thüringen arbeite derzeit an einem Frühwarnsystem, das vorbeugende Reihentests in Pflegeheimen, Kindertageseinrichtungen und Schulen, aber auch der Bevölkerung vorsehe. Ziel sei, mehr über die Ausbreitung des Virus zu erfahren und bei Bedarf frühzeitig gegensteuern zu können, so die Ministerin. Das Geld dafür habe der Landtag Anfang Juni bewilligt. 25 Millionen Euro stehen danach für Tests zur Verfügung.

Derzeit überarbeitet Thüringen laut Ministerium sein Testkonzept, um neue Indikatoren des Robert-Koch-Instituts zu berücksichtigen.

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